In Litauen wird militärische Vorsorge zunehmend Teil des Alltags – sogar an Schulen. In der Stadt Kėdainiai lernen Kinder im Alter von elf bis zwölf Jahren nach dem Unterricht, Drohnen zu bauen, zu programmieren und zu fliegen.
Das Projekt wird von der Bildungsorganisation Lineša getragen und teilweise vom Bildungs- und Verteidigungsministerium finanziert. Offiziell steht die technologische Ausbildung im Vordergrund, doch der militärische Kontext ist unübersehbar.
Ausgelöst durch die Nähe zu Russland und die Erfahrungen aus der Sowjetzeit wächst in der Bevölkerung das Bedürfnis nach Vorbereitung. Lineša-Direktor Valdas Jankauskas betont, es gehe primär um Bildung und den Mangel an Ingenieuren, räumt aber ein, dass auch die Streitkräfte langfristig von den Programmen profitieren sollen.
Das Interesse ist gross, ebenso die internationale Aufmerksamkeit. Kritische Stimmen gibt es, sie bleiben jedoch in der Minderheit.
Parallel verzeichnet auch die freiwillige Nationalgarde Litauens starkes Wachstum, insbesondere bei Jugendlichen. Oberst Linas Idzelis warnt vor der zunehmenden Bedrohung durch Drohnenschwärme und sieht die westliche Luftverteidigung unzureichend vorbereitet.
Der Luftkrieg könne gefährlicher werden als klassische Bodenoffensiven. Litauen, so Idzelis, lebe in der Nähe eines geopolitischen „Vulkans“ – und bereite sich entsprechend vor.
Lineša führt sogar Drohnenturniere für Kinder statt. Die freiwillige Nationalgarde Litauens, die Riffelmænds Union LRU hat 5000 jugendliche Mitglieder.