Auch die UBS ist Finanzierer von Atomwaffen
Im neusten Bericht von ICAN * (Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen) wird dokumentiert, dass auch eine Schweizer Bank, die UBS, in Firmen investiert, die Atombomben herstellen.
Zürich Paradeplatz, Eingang zu der Schweizer Grossbank UBS während der Coronakrise. (Foto Heinrich Frei)
Zürich Paradeplatz, Eingang zu der Schweizer Grossbank UBS während der Coronakrise. (Foto Heinrich Frei)

Laut dem Kriegsmaterialgesetz der Schweiz ist die «direkte und indirekte Finanzierung» von verbotenem Kriegsmaterial klar untersagt. Verbotene Waffen sind in der Schweiz chemische und biologische Waffen, Atombomben, Streubomben und Antipersonen Minen.

Bis heute akzeptiert aber die Schweizer Regierung, der Bundesrat, die Investitionen der UBS in Firmen, die an der Produktion von Atomwaffen beteiligt sind. Auch die Juristen des Bundesgerichtes in Lausanne intervenierten nicht, trotz der klaren Bestimmungen des Kriegsmaterialgesetzes die Investitionen in die Produktion von Kernwaffen verbieten würden.

Die neutrale, dem Frieden verpflichtete Schweiz ist mit Investitionen in die Atomwaffenindustrie nicht allein. 301 Institutionen der Finanzbranche aus 23 Ländern haben in Unternehmen investiert, die an der Produktion von Kernwaffen beteiligt sind. Mit Ausnahme von drei Finanzinstituten aus Südafrika stammt keines der Länder, die in Atomwaffen investieren, aus einem Land, das dem Vertrag über ein Verbot von Atomwaffen beigetreten ist. Die meisten der Investitionen in die Atomwaffenindustrie stammen aus Ländern, die entweder selbst Atomwaffen besitzen, dem Atomwaffenverbotsvertrag nicht beigetreten sind oder die, wie die Nato-Staaten Deutschland, Belgien, die Niederlande, Italien, Spanien und die Türkei auf ihrem Territorium US Atomwaffen stationiert haben und den Einsatz dieser Bomben mit ihren Jets üben.

Der jüngste Don’t Bank on the Bomb-Bericht zeigt auch einen Anstieg der globalen Finanzierung der Atomwaffenindustrie, wobei allein im Jahr 2025 301 Finanzinstitute mehr als 1 Billion Dollar bereitstellten: Investitionen in Unternehmen, die an der Produktion, Wartung und der Modernisierung von Atomarsenalen beteiligt sind. Die Investoren hielten über 709 Milliarden Dollar in Anleihen und Aktien, und knapp 300 Milliarden Dollar wurden in Krediten und Underwriting bereitgestellt. Und zum ersten Mal seit Jahren verkleinerte sich die Zahl der Investoren nicht.

Atomwaffen sind nicht wie andere Waffen. Eine einzige Atombombe kann Hunderttausende Menschen sofort töten. Es gibt keine Möglichkeit, eine Atombombe einzusetzen, ohne katastrophalen Schaden zu verursachen. Deshalb haben sich viele verantwortungsbewusste Investoren entschieden keinen Profit aus Investitionen zu machen von Firmen die Atombomben herstellen.

Die zunehmenden Risiken eines erneuten nuklearen Wettrüstens werden von der Finanzwelt und von Regierungen weitgehend ignoriert. Eine ethische Verantwortung der Investoren scheint nicht vorhanden zu sein. – Hauptsächlich die Kasse stimmt, nach uns die Sintflut. Dabei ist das Risiko eines Atomkrieges heute so gross wie nie: Am 27. Januar 2026 wurde die Weltuntergangsuhr auf 85 Sekunden vor Mitternacht gestellt – so nah wie nie zuvor war es, symbolisch, vor der globalen Katastrophe eines Atomkrieges.

Investitionen einer Schweizer Bank in die Atomwaffenproduktion sind nicht vereinbar mit einer friedlichen und neutralen Schweiz. Ein Atomkrieg könnte die ganze Menschheit auslöschen. Die Schweiz sollte dem Atomwaffenverbotsvertrag beitreten und nicht zulassen, dass Milliarden in Firmen angelegt werden die atomare Massenvernichtungswaffen produzieren. Atomwaffen beschützen uns nicht, sondern bedrohen uns.

Auch Investitionen der Schweizerischen Nationalbank, von Banken, Versicherungen und Pensionskassen in internationale Rüstungskonzerne sollten in unserem Land gestoppt werden. Solche Investitionen sind nicht vereinbar mit einer dem Frieden und der Neutralität verpflichteten Schweiz. All die Kriege, die jetzt im Gange sind, werden von diesen Rüstungskonzernen mit ihren Lieferungen im Gang gehalten. 

Das Geschäft mit dem Krieg ist seit der Katastrophe in der Ukraine wieder «Big Business». Das ruft auch die Finanzindustrie auf den Plan, die von den Umwälzungen profitieren will. Vermögensverwalter bieten vermehrt Anlageprodukte an, die am Rüstungsboom teilhaben sollen. Etliche Anbieter haben vor kurzem Fonds lanciert, die ausschließlich in Aktien von Waffenkonzernen investieren. Ein besonders kontroverses Signal setzte jüngst die UBS: Die Abteilung für Vermögensverwaltung (Asset Management) hat Ende März ihre sogenannte Sustainability Exclusion Policy geändert. Neuerdings sind Beteiligungen an Waffenkonzernen sogar in nachhaltigen Anlageprodukten erlaubt. Künftig können Portfoliomanager der Grossbank Aktien von Panzerproduzenten, Lenkwaffen- und Handgranatenherstellern in ihre Nachhaltigkeitsprodukte aufnehmen.


 

Heinrich Frei

Heinrich Frei
Heinrich Frei

Ich bin in der Schweiz, in Biel im Kanton Bern aufgewachsen und habe dort eine Lehre als Hochbauzeichner absolviert. Anschliessend arbeitete ich in Grenchen bei einem Architekten als Zeichner und Bauführer. Vom Herbst 1961 an war ich in verschiedenen Architektenbüros in Zürich tätig und ab 1987 Projektleiter für Hochbauten bei den Schweizerischen Bundesbahnen. Von 1961 bis 1966 studierte ich am Abend Technikum Zürich und schloss mit dem Diplom Architekt HTL ab.

Seit 2003 bin ich pensioniert. In der Freizeit bin ich bei Friedensorganisationen engagiert und seit über 20 Jahren bei Hilfswerken, die in Somalia tätig sind. Heute bin ich im Vorstand der Organisation . Zudem verfasse ich Texte zu den verschiedensten Themen. Meine Texte erscheinen unter anderem auf dem Blog ifor-mir.ch

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