In einem Interview mit der Tageszeitung junge Welt (9. März 2026) warnt der Elektroingenieur und Lithium-Experte Romeo Velarde vor einer einseitigen Begünstigung ausländischer Konzerne.
Velarde, Direktor des Unternehmens WinayTEC und Forscher in Chile, kritisiert die neue Regierung scharf: Paz, den er als „ultrarechten Neoliberalen“ und Trump-Anhänger bezeichnet, werde die Gewinne aus dem „weißen Gold“ größtenteils ins Ausland fließen lassen. „Von dieser Regierung erwarte ich nur Schlechtes“, so Velarde. Er prophezeit soziale Aufstände, da das Bewusstsein der Bevölkerung hoch sei – wie die Proteste gegen das neoliberale Dekret 5503 Anfang Januar gezeigt hätten.
Im Kontrast dazu erinnert er an die Politik unter Evo Morales: Nationalisierung, staatliche Kontrolle über YLB und der Versuch einer eigenen Industrialisierung. Spätere Verträge unter Luis Arce mit Russland und China seien juristisch mangelhaft gewesen, doch immerhin habe man versucht, die Wertschöpfung im Land zu halten. Der aktuelle Kurs unter Paz hingegen öffne Tür und Tor für westliche und private Investoren ohne ausreichende Kontrolle.Trotz Umweltveränderungen durch den Abbau hält Velarde die Förderung für richtig – „solange die Gewinne nicht wie beim klassischen Extraktivismus ins Ausland fließen“. Experten erwarten, dass die kommenden Monate zeigen werden, ob Paz' Versprechen eines „Kapitalismus für alle“ tatsächlich auch der bolivianischen Bevölkerung zugutekommt oder nur internationale Konzerne begünstigt.