Der Wirtschaftsjournalist Norbert Häring übt scharfe Kritik am Verein Digitalcourage und dessen Petition für ein „Recht auf analoges Leben“. Laut Häring habe der Verein nach dem Start der Kampagne im Mai 2024 über viele Monate kaum Aktivitäten gezeigt und Anfragen unbeantwortet gelassen. Erst nach erneuter Nachfrage kündigte Digitalcourage an, die bislang rund 47.000 gesammelten Unterschriften im Mai 2026 dem Bundestag zu übergeben. Häring bewertet diese Zahl als enttäuschend niedrig und führt sie auf fehlende Öffentlichkeitsarbeit zurück.
Besonders kritisch sieht Häring die nachträgliche Verlängerung der Sammelfrist sowie die Begründung mit der vorgezogenen Bundestagswahl. Aus seiner Sicht wirke das Vorgehen widersprüchlich, da der Verein gleichzeitig hohe politische Ziele wie eine Zweidrittelmehrheit im Parlament formuliert habe. Häring fordert daher Mitglieder und Unterstützer auf, vom Vorstand eine Erklärung einzufordern.
Als mögliche Gründe nennt er zwei Szenarien: Entweder habe Digitalcourage die Bewegung unbeabsichtigt ausgebremst, oder der Verein sei unter politischen Druck geraten, die Initiative abzuschwächen. Häring verweist zudem auf die aus seiner Sicht starke politische Unterstützung einer „Digital-only“-Agenda in Deutschland und Europa.