«Das einzigartige Gut Nassanger soll zu einem Ort für Besinnung, Verbindung und friedliche Zukunftsgestaltung werden. Ein Raum für Menschen aus der Region und aus ganz Europa, die gemeinsam erforschen, lernen und gestalten möchten, wie ein friedliches, nachhaltiges und kooperatives Mit- und Füreinander gelingen kann.
Wir möchten einen Ort schaffen, an dem Frieden nicht nur gedacht, sondern gelebt wird – im Alltag, in Begegnungen und in konkreten Projekten.»
Der Zeitpunkt berichtete darüber und veröffentlichte im März ein Interview mit einer Vertreterin der Initiative. Seitdem haben Unterstützerinnen und Unterstützer des Friedenszentrums Europa rund 480 000 Euro zusammengetragen, um die eindrückliche Rundburg, das Gut Nassanger, zu kaufen. Gleichzeitig ist auch die Verkäuferin dem Projekt nochmals deutlich entgegengekommen.
«Was hier sichtbar wird, ist mehr als Finanzierung», findet Josch als Vertreter der Initiative. «Es ist ein gemeinsamer Impuls, der trägt.»
Denn damit ist das Friedenszentrum Europa dem Ziel, diesen besonderen Ort zu sichern, ganz nahe gekommen – es fehlen «nur» noch rund 100 000 Euro, um den Kauf endgültig abzuschließen.
Währenddessen ist vor Ort bereits Leben eingezogen. In der laufenden Pionierphase wird gearbeitet, gestaltet, gelacht, gerungen, verbunden. Räume werden freigelegt, Strukturen entstehen, Menschen kommen zusammen. Der Nassanger beginnt spürbar, sich zu verwandeln.
Es ist eine besondere Atmosphäre: Nicht fertig, nicht perfekt – aber lebendig, echt und im Entstehen.
Auch die Perspektive weitet sich weiter: Eine rund 19 Hektar große landwirtschaftliche Fläche, die ursprünglich zum Nassanger gehörte, wurde zusätzlich zum Kauf oder zur Pacht angeboten. Erste Kooperationen für regenerative Landwirtschaft sind bereits in der Region angelegt.
Vom 17. bis 30. Mai öffnet sich der Ort erneut für Menschen, die sich angesprochen fühlen und Teil dieses Prozesses werden möchten.
«Was hier geschieht, ist kein fertiges Modell,» so Josch. «Es ist ein gemeinsames Wagnis – und zugleich ein Zeichen dafür, was möglich wird, wenn viele beginnen, Verantwortung zu teilen. Ein Ort entsteht. Und viele tragen ihn.»