Grüner Kolonialismus: Solarprojekte verschärfen Ausbeutung in Honduras
Ausländische Investoren nutzen Klimaziele für Gewinne

In Südhonduras treiben internationale Konzerne unter dem Deckmantel der Energiewende grossflächige Solarparks voran. Ein neuer Bericht des Transnational Institute und lokaler Organisationen enthüllt, wie diese Projekte Enteignung, Repression und Privatisierung fördern. Besonders betroffen sind bäuerliche Gemeinden in den Departementen Choluteca und Valle. 

Statt fossile Energien zu ersetzen, erweiterten die Anlagen die Stromerzeugung vor allem zugunsten grosser Verbraucher wie Bergbau- oder Textilbetriebe. Die einheimische Bevölkerung zahlt weiterhin hohe Strompreise, während Gewinne vor allem an norwegische Firmen wie Scatec, Norfund und KLP Norfund Investments flossen. Viele Haushalte bleiben ohne zuverlässigen Stromanschluss. 

Widerstand gegen Projekte wie Los Prados in Namasigüe wurde mit Gewalt, Zwangsumsiedlungen und Strafverfahren beantwortet. Dutzende Aktivistinnen und Aktivisten sahen sich erfundenen Anklagen ausgesetzt. Nach Reformversuchen der früheren Regierung unter Xiomara Castro klagten die norwegischen Investoren mittels Investor-Staat-Schiedsverfahren auf über eine Milliarde US-Dollar Schadenersatz. Der Bericht spricht von «grünem Kolonialismus»: Ausländische Investoren sichern sich mit Verträgen und Schiedsgerichten Vorteile, während nationale Souveränität und Rechte der Gemeinden untergraben werden. Lokale Organisationen fordern die Absage umstrittener Vorhaben und echte Beteiligung der Betroffenen.