Die Stadt Köln hat den schwedischen Anbieter «Nordic Surrogacy» von der Kinderwunsch-Messe «Wish for a Baby» Mitte Oktober ausgeschlossen. Die Veranstaltung wurde nur unter der Auflage genehmigt, dass dort weder Leihmutterschaft vermittelt noch beworben wird. Verstösse sollen mit Zwangsgeld geahndet werden. Das teilte der Verein «Frauenheldinnen» am Montag mit.
Der Verein hatte im Sommer einen Antrag gestellt, weil die Auflage in den Vorjahren zwar formal bestand, aber nicht durchgesetzt wurde. Olivia Maurel, die selbst durch Leihmutterschaft zur Welt kam, unterstützte den Vorstoss. Sie argumentiert, ein Verbot bleibe wirkungslos, solange Firmen in deutschen Messehallen offen für Auslandsarrangements werben dürften.
Auf der Messe-Website waren bis Redaktionsschluss weiterhin Vermittler aus Schweden, Kanada, den USA und der Ukraine gelistet. In Deutschland ist Leihmutterschaft – ob kommerziell oder altruistisch – verboten. Die «Erklärung von Casablanca» von 2023 fordert ein internationales Verbot und Strafverfolgung auch für Auftraggeber.
Gleichzeitig boomt der globale Markt: 2023 lag er bei knapp 15 Milliarden US-Dollar, für 2025 werden rund 27 Milliarden erwartet, bis 2034 über 200 Milliarden. Leihmütter erhalten laut UNO-Sonderberichterstatterin nur 10 bis 27 Prozent der Summe, den Rest behalten Agenturen und Kliniken.