Peoples´ Caravan erreicht türkische Grenze – Ziel: belagerte Stadt Kobani in Rojava
Die Teilnehmenden wollen medizinische Unterstützung leisten, die humanitäre Lage dokumentieren und auf die Krise aufmerksam machen.

Mehr als 100 Aktivistinnen und Aktivisten aus über zehn europäischen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Großbritannien, Katalonien und Serbien, haben sich einer „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ angeschlossen. Der Konvoi durchquerte Europa und stand am Mittwoch kurz vor dem Grenzübertritt in die Türkei. Ziel ist die Stadt Kobani in der autonomen Region Rojava (Nord- und Ostsyrien), die derzeit belagert wird.

Die Teilnehmenden, darunter der brandenburgische Physiotherapeut Jakob Rihn, wollen medizinische Unterstützung leisten, die humanitäre Lage dokumentieren und auf die Krise aufmerksam machen. Rihn, der bereits Anfang 2025 bei türkischen Drohnenangriffen in der Region verletzt wurde, erklärte: «In Kobani gibt es weder Strom noch Wasser. Kinder erfrieren. Eine humanitäre Katastrophe droht.» 

Die Versorgungslage in der Stadt gilt als dramatisch: Strom- und Wasserversorgung sind zusammengebrochen, Kliniken wurden angegriffen. Die Karawane fordert die Öffnung eines humanitären Korridors durch die Türkei – eine Forderung, die auch von UN-Seite erhoben wurde. Für die Blockade machen die Aktivisten neben der Türkei auch Milizen der Übergangsregierung in Damaskus sowie islamistische Gruppen verantwortlich.Rihn betonte die Solidarität mit der basisdemokratischen Selbstverwaltung in Rojava, die auf Ökologie, kostenlose Gesundheitsversorgung und Frauenemanzipation setze. 

„Gesundheit ist ein Menschenrecht“, so der  Physiotherapeut. Er erinnerte zudem an die symbolische Bedeutung Kobanis im Kampf gegen den IS im Jahr 2015. Der Artikel in der jungen Welt kritisiert zudem die Haltung der deutschen Behörden: Erst kürzlich seien in Hamburg Fahnen der kurdischen YPG/YPJ beschlagnahmt worden.