Perfektionismus: Angst vor Kritik

Der Wiener Psychiater entlarvt im eben erschienen Buch den Perfektionismus unserer Zeit

Ein Perfektionist strebt Perfektion nicht an, weil er sich an der Vollkommenheit erfreut, sondern der Unangreifbarkeit wegen. Perfektionismus ist ein Vermeidungsverhalten: Wer perfekt arbeitet, kann nicht getaldelt werden. Egal wo, immer wollen wir alles richtig machen. Und dabei auch noch gut aussehen. Doch oft scheitern wir an den eigenen Ansprüchen. Doch wenn das Gefühl der Überforderung und der fehlenden Anerkennung immer stärker wird, ist der weg zur psychischen Krankheit nicht weit. Krankhafter Perfektionismus entwickelt schleichend zur Modekrankheit unserer Zeit.

Raphael Bonelli schildert in über 50 teils tragikomischen, teils erschütternden Patientengeschichten aus der eigenen Praxis, wie Perfektionisten ticken. Der Wiener Psychiater zeichnet ein Bild heutiger Seelennöte, von Ängsten, falschem Ehrgeiz und Lebenslügen, um aufzuzeigen, dass glücklich ist, wer sich in seiner ganzen Fehlerhaftigkeit, Durchschnittlichkeit und Gewöhnlichkeit selbst annehmen kann.


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Raphael M. Bonelli: Perfektionismus. 2014, Droemer-knaur, 336S. Fr. 29.90 /€ 19.99


08. November 2014
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