Schritt für Schritt entmündigt: Wie neue Bankvorgaben den Umgang mit unserem Geld begrenzen

Immer strengere Auflagen, Bargeldlimits und Kontrollen machen Bankkunden zu Verdächtigen – ein leiser, kaum kontrollierter Umbau des Finanzsystems

Europäische Banken verschärfen im Namen der Geldwäschebekämpfung ihre Kontrollpraxis – mit spürbaren Folgen für Kunden. Aktuelles Beispiel ist die spanische Sabadell Bank, die von Bestandskunden detaillierte Angaben verlangt, wie sie ihr Geld künftig nutzen wollen: erwartete Kontostände, Bargeldabhebungen, Überweisungen ins Ausland und deren Zweck. Grundlage sind verschärfte «Know Your Customer»-Vorgaben. Wer sein Konto später anders nutzt als angekündigt, riskiert Verdachtsmeldungen oder gar Kündigung.

Diese Praxis steht nicht isoliert. EU-weit nehmen Banken zunehmend Einblick in Vermögen, Beschäftigungsstatus und Zahlungsgewohnheiten. Überweisungslimits werden ohne Zustimmung eingeführt, Bargeldtransaktionen eingeschränkt und meldepflichtig gemacht. Ab 2027 gilt ein EU-weites Bargeldlimit von 10.000 Euro, in einigen Ländern deutlich weniger. Spanien geht besonders weit: Barabhebungen über 3.000 Euro müssen vorab behördlich angemeldet werden – andernfalls drohen Strafen.

Formell bleibt das Geld Eigentum der Kunden, faktisch wird die freie Verfügung zunehmend ausgehöhlt. Kritiker sehen darin eine schleichende finanzielle Entmündigung, umgesetzt durch kaum transparente regulatorische Vorgaben fern öffentlicher Kontrolle.


Anmerkung: «Know Your Customer»-Regeln haben sich von einer Identitätsprüfung zu einer präventiven Verhaltenskontrolle entwickelt. Banken verlangen zunehmend Prognosen über zukünftige Nutzung des eigenen Geldes – mit Sanktionen bei Abweichungen.
«Know Your Customer» bedeutet heute nicht mehr nur „Wer bist du?“, sondern immer häufiger auch „Was darfst du mit deinem Geld tun?“