Sierra Leone: Junge Ideen gegen die Plastikflut
Recycling schafft Chancen und Einkommen

In Sierra Leone verwandeln junge Menschen Plastik- und Elektroschrott in nützliche Produkte. Peter George aus dem Bezirk Bo beobachtete schon als Kind, wie Batterien und defekte Geräte die Felder seiner Grossmutter vergifteten. Daraus entstand seine Idee: Zuerst baute er Solarlampen für Schulkinder, später solarbetriebene Rucksäcke aus recyceltem Kunststoff. 2018 gründete er «Ideal Technologies». Tagsüber dienen die Rucksäcke als Schultaschen, nachts leuchten sie und ermöglichen Lernen ohne Strom.

Auch Manty Sulma Beckley in Freetown setzt auf Wiederverwertung. Mit ihrer «Beckma Empowerment Initiative» fertigt sie aus Plastikabfällen Taschen, Körbe, Stühle und Tische. Sie arbeitet mit Haushalten und jungen Müllsammlern zusammen. Beide Initiativen bekämpfen die wachsende Verschmutzung – jährlich fallen in Sierra Leone rund 130’000 Tonnen Plastikmüll an – und schaffen zugleich Bildungs- und Einkommensmöglichkeiten. Fehlende Ausrüstung und finanzielle Mittel bremsen jedoch die Arbeit. Georges Projekt erreichte bereits über 400 Schulkinder. Mehr Unterstützung für solche Jugendprojekte könnte die Plastikflut spürbar eindämmen und neue Perspektiven eröffnen.