SRG Umfrage zeigt: Ein Ja zur Initiative «Für eine sichere Ernährung» ist greifbar!
Die Umfragewerte zeigen jedoch auch, dass die irreführende Kommunikation des Bundesrats die Meinungsbildung der Bevölkerung beeinflusst. Die Initiative führt weder zu einem staatlich verordneten Menüplan noch zu einem Fleischverbot. Sie verlangt keine autarke Versorgung und verbietet den Import von Lebensmitteln nicht.
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Der Bund müsste bereits heute dafür sorgen, dass die Ernährung der Bevölkerung jederzeit zu 100% aus eigenem Boden gewährleistet werden kann – und dies innert einem Jahr!

Die Initiative hat sich entschieden, sich dagegen zu wehren – und hat beim Schweizer Bundesgericht eine Abstimmungsbeschwerde gegen falsche und irreführende Abstimmungsinformationen des Bundesrates zu unserer Initiative eingereicht.

Die Initiative verlangt das Anstreben eines Netto-Selbstversorgungsgrads von 70% – nicht eine zwingende autarke Versorgung der Bevölkerung, die keine Importe mehr erlaubt. 

Doch der Bundesrat und einzelne seiner Mitglieder haben die Initiative in allen wesentlichen Kommunikationen der Abstimmungsvorbereitung – in Medienmitteilungen, an Medienkonferenzen, in der Botschaft, in Voten im Parlament sowie in den Abstimmungserläuterungen – immer wieder als Vorlage dargestellt, welche die zwingende Erreichung des 70%-Ziels innert zehn Jahren vorsehe und dazu massive staatliche Eingriffe in den Konsum und namentlich in den Fleischkonsum erfordere.

Wie hoch die Selbstversorgung der Schweiz ist, hängt davon ab, wie wir unser Landwirtschaftsland nutzen.

Damit die Selbstversorgung der Schweiz erhöht werden kann, braucht es eine effiziente Nutzung unseres Landwirtschaftslandes: Grasland für die Milch- und Fleischproduktion, Ackerland prioritär für den Anbau von mehr pflanzlichen Lebensmitteln für die Menschen statt von Futtermais für Nutztiere. Die Selbstversorgung erhöht sich so automatisch, da wir mit pflanzlichen Lebensmitteln das 10fache an Kalorien für die Menschen pro Hektare produzieren können. Wie hoch unser Selbstversorgungsgrad ist, hat also nichts mit dem Konsum der Bevölkerung zu tun, sondern hängt davon ab, wie wir unser Ackerland nutzen. 

Nur gerade ein Drittel der pflanzlichen Lebensmittel, die wir essen, stammen aus der Schweiz – der Rest wird importiert.

Der Markt für mehr einheimische pflanzliche Lebensmittel besteht: Heute produzieren wir nur gerade ein Drittel der pflanzlichen Lebensmittel, die wir essen, selbst, der Rest wird importiert.

Der Bund müsste bereits heute dafür sorgen, dass die Ernährung der Bevölkerung jederzeit zu 100% aus eigenem Boden gewährleistet werden kann – und dies innert einem Jahr!

Das verlangt Art. 30 des Bundesgesetzes über die wirtschaftliche Landesversorgung (Landesversorgungsgesetz LVG). Dafür sind für den Fall von Mangellagen genügend Ackerflächen gesichert. Es muss also jederzeit möglich sein, 70% Selbstversorgung netto anzustreben – als Vorbereitung, dass auch 100% gewährleistet werden kann, sollten wir eine Krise erleben müssen. Diese Vorbereitung fehlt heute komplett. Bundesrat und Parlament übernehmen keine Verantwortung dafür. Zu unserer aktuellen Versorgungslage sagte Bundesrat Parmelin an der Medienkonferenz zur Agrarpolitik 30+

In der Schweiz vergisst man, dass wir bei einem Problem an den Grenzen jeden zweiten Tag nichts zu essen haben, weil wir importieren.

Die Initiative verlangt die Förderung «einer vermehrt auf pflanzlichen Lebensmitteln basierenden Ernährungsweise», keinen Vegan-Zwang.

Der Initiativtext schreibt – anders als vom Bundesrat kommuniziert – weder eine Einschränkung des Konsums tierischer Lebensmittel vor noch einen staatlich angeordneten Fleischverzicht oder eine Verpflichtung der Stimmberechtigten zu einer bestimmten Ernährungsweise. Er verlangt Fördermassnahmen zugunsten einer vermehrt auf pflanzlichen Lebensmitteln basierenden Ernährungsweise. Förderung ist aber nicht mit Konsumverboten oder staatlich angeordneten Essgewohnheiten gleichzusetzen. 

Die Plakate der Gegner mit Cervelat, Spiegelei und Fonduegabel zeigen, welche Ernährungsweise heute von der Landwirtschaftspolitik bevorzugt wird und wo die Steuergelder der Bevölkerung hinfliessen: 75% der 3,6 Milliarden Franken Subventionen fördern heute die tierische Produktion. Die Produktion und der Konsum von pflanzlichen Lebensmitteln werden also massiv benachteiligt.

Die falsche und irreführende Kommunikation des Bundesrates wirkt sich bis in die Umfrage von SRG sowie die Umfrage von 20 Minuten und Tamedia zu den eidgenössischen Abstimmungen vom 27. September 2026 aus. Sie entscheidet massgeblich über ein Ja oder Nein zu unserer Initiative.

So heisst es in der Zusammenfassung der von der SRG am 21. August veröffentlichten Meinungsumfrage: 

Die Contra-Argumente zur Ernährungsinitiative finden ebenfalls mehrheitlich Zustimmung. Am stärksten überzeugt die Aussage, dass staatliche Vorgaben nicht bestimmen sollten, was die Schweizerinnen und Schweizer essen dürfen und was nicht (69% voll/eher einverstanden).

In der Tamedia-Umfrage steht: 

Die Gegnerschaft lehnt die Vorlage insbesondere deshalb ab, weil die Forderung nach einem Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent auf einen staatlich verordneten Menüplan hinauslaufe, auf dem es kaum noch Platz für tierische Produkte habe (46%).

Entscheidend für die Ablehnung sind also Argumente, die auf falschen und irreführenden Aussagen des Bundesrates über die Initiative beruhen. Die Medienmitteilung über die Abstimmungsbeschwerde finden Sie unter diesem Link.

Die Initiative wird dranbleiben, die Menschen informieren und versuchen, für ein Ja zur Initiative «Für eine sichere Ernährung» zu gewinnen!

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