Velo-Karawane gegen Gentechnologie

Vom Samstag 19. bis Sonntag 27. Juni 2010 findet die „Karawane gegen Gentechnologie – für eine ökologische, unabhängige und lokale Landwirtschaft“ statt. Sie führt von Pully nach Reckenholz wo derzeit die beiden Freisetzungsversuche mit gentechnisch verändertem Weizen durchgeführt werden. Unterwegs wird sie auf lokale Projekte treffen, welche sich im Kampf gegen Gentechnologie engagieren und Alternativen aufzeigen.

Fahr mit bei der zweiten Karawane gegen Gentechnologie! Das Nationale Forschungsprogramm (NFP59) «Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen» wird weitergeführt, unser Widerstand dagegen auch.

Im Rahmen des Forschungsprogramms, finden auch dieses Jahr wieder Freisetzungsversuche in Reckenholz und Pully statt (EPFZ, Universität Zürich, Agroscope Changin). An beiden Orten, wird Weizen ausgesät, welcher durch gentechnische Manipulation eine Mehltauresistenz aufweisen soll.

Jedoch existieren bereits andere Möglichkeiten ohne Gentechnik. Mit einer sorgfältigen Aussaat und der Verwendung mehltauresistenter Sorten aus dem Biologischen Landbau stellt diese Pilzkrankheit kaum mehr ein Problem dar.

Das nationale Forschungsprogramm (NFP59), strebt die Einführung der Gentechnik in der Schweiz an. Die eigentlichen Beweggründe bleiben im Dunkeln. Wir lehnen das Programm als Gesamtes ab.

Dieses Jahr wurde das fünfjährige Moratorium, über welches die schweizer Stimmbevölkerung 2005 abgestimmt hat, bis ins Jahr 2013 verlängert. Das Moratorium verbietet die Nutzung gentechnisch veränderter Tiere und Pflanzen.

Für uns stellt das Moratorium ein Mittel der Herrschenden dar um dem Kampf der Bevölkerung gegen Gentechnik den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die Verlängerung des Moratoriums öffnet Raum für soziologische Studien um die öffentlich Meinung „weiterzuentwickeln“.

Die eigentlichen Fragen, die sich durch den Einsatz von Gentechnik stellen, betreffen das Auslaugen des Bodens, Auskreuzung, Verlust der Artenvielfalt, Verlust von bäuerlichem Erbe (Wissen, Saatgut…) sowie die Patentierung von Leben und Gemeingut mit der einzigen Absicht daraus Profit zu schlagen. Die patentierten Klone nützen einzig der Agrochemie, welche am Absatz von Pestiziden interessiert ist.

Für einen respektvollen Umgang mit dem Boden, dem Wasser, der Artenvielfalt, dem Klima und den Arbeiter_innen in der Landwirtschaft.

Eine ökologische Landwirtschaft ist nur lokal umsetzbar. Gentechnik ist jedoch in eine total industrialisierte Landwirtschaft eingebunden, welche auf gigantischen landwirtschaftlichen Betrieben aufgebaut ist, die total mechanisiert sind, extrem intensiven Anbau betreiben und grosse Mengen an Pestiziden einsetzen – ein System welches direkt auf eine Mauer zusteuert. Dieses landwirtschaftliche System ist mit einer ökologischen, regionalen, kleinbäuerlichen Landwirtschaft, welche nicht auf Gentechnik gewartet hat und die Menschheit seit Jahrhunderten ernährt, nicht zu vereinbaren. Zahlreiche Bäuerinnen und Bauern kämpfen für ihre Unabhängigkeit. Immer mehr landwirtschaftliche Projekte, welche auf Vertragslandwirtschaft basieren, werden ins Leben gerufen. Dadurch wird ermöglicht, dass zum Beispiel das Produzenten-Konsumenten-Verhältnis überwunden wird, die Produktion nicht der Marktwirtschaft ausgesetzt ist und in einem geschützten Rahmen stattfinden kann, kein Hybrid-Saatgut verwendet wird sowie biologisch und bio-dynamische Anbautechniken praktiziert werden. Die Karawane zeigt sich mit dieser Entwicklung solidarisch!

Für eine unabhängige Landwirtschaft, in der selbstbestimmt über Anbau und Saatgut entschieden wird. Für freien Saatguttausch ohne Einschränkungen.

Der Einsatz von Gentechnik wirft die Frage nach der Patentierung auf Leben auf. Alle veränderten Organismen, betrifft dies auch nur ein einziges Gen, können und werden patentiert, wo ein kommerzielles Interesse besteht.

Besteht ein Patent auf einen Organismus, kann diesen niemand mehr ohne Erlaubnis nutzen. Es ist nicht schwer zu verstehen, wer vom System der Patentierung profitiert. Der Agromulti Monsanto verklagte beispielsweise Bäuerinnen und Bauern, ihre Technologie illegal zu nutzen, da deren eigenes Saatgut durch gentechnisch veränderte Pflanzen kontaminiert wurde.

Jedes Patent begrenzt den freien Zugang zu genetischem Erbe, welches eigentlich allen zusteht.

Gegen jegliche Patentierung auf Saatgut und Leben. Gegen den Kapitalismus, der alles zur Ware macht, um daraus Profit zu schlagen!

Vom 19. bis 27. Juni fährt die Velo-Karawane von Pully(VD) nach Reckenholz(ZH).

Sie ist offen für alle, die teilhaben wollen und eine ökologische unabhängige Landwirtschaft einfordern sowie Gentechnik sammt allen Patenten und Pestiziden ablehnen. Mach mit und fahr mit! Besuch uns bei einem Stopp in deiner Nähe. Beteilige dich aktiv, mit Flyern, Diskussionesveranstaltungen, Essen, Filmvorführungen, Bannern, Infoständen usw. Erzähl davon, vernetze dich mit anderen Menschen, die gegen Gentech kämpfen!

Wir unterstützen alle Formen des Widerstands gegen Gentechnologie. Für eine Vielfalt von Aktionsformen!

Mitmachen: www.caravane-anti-ogm.ch
10. Juni 2010
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