Kein Baustoff prägt unsere Welt so stark wie Beton – und keiner richtet grösseren Schaden an. Laut einer neuen Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung macht Zement rund 40 Prozent der gesamten vom Menschen geschaffenen Masse aus. Er steckt in Brücken, Dämmen, Wohnblocks und sogar in den Fundamenten von Rechenzentren. Die Produktion beläuft sich auf 25 Milliarden Tonnen pro Jahr und steigt weiter. Beton verursacht acht bis neun Prozent der globalen Kohlendioxid-Emissionen, zerstört Ökosysteme durch Steinbrüche, verschmutzt die Luft und führt zu versiegelten Böden sowie sinkenden Städten. Zudem entstehen riesige Mengen an Bauschutt, weil Betonbauten oft nur kurze Lebensdauer haben.
Die Studie kritisiert die imperiale Bauweise, die auf billigem, schnellem Bauen setzt und Ausbeutung von Mensch und Natur begünstigt. Grosse Konzerne wie Heidelberg Materials stehen dabei in der Kritik, etwa wegen Aktivitäten in besetzten Gebieten oder Umweltschäden im globalen Süden. Die Autoren fordern Alternativen wie Holz, Lehm oder Stroh, weniger Neubau und bessere Nutzung bestehender Bauten. Technische Lösungen wie CO₂-Speicherung reichen nicht aus. Es brauche einen geplanten Ausstieg aus herkömmlichem Zement und eine sozial-ökologische Wende im Bauwesen.