US-Präsident Donald Trump verkündete Anfang Februar auf truth social, Indien habe zugesagt, den Import von russischem Öl einzustellen und stattdessen deutlich mehr Energie und Waren aus den USA zu beziehen. Zudem stellte Trump Käufe amerikanischer Produkte im Umfang von über 500 Milliarden Dollar in Aussicht.
Indische Stellen bestätigten zwar ein konstruktives Gespräch und die Aufhebung von US-Zöllen auf indische Importe, vermieden jedoch jede Bestätigung zu einem Stopp russischer Öllieferungen oder zur Öffnung des indischen Agrarmarkts.
Medienberichte und offizielle Stellungnahmen aus Neu-Delhi deuten darauf hin, dass Indien seine Energiepolitik weiterhin als Frage nationaler Souveränität betrachtet. Zwar sind die Ölimporte aus Russland zuletzt rückläufig – im Dezember 2025 auf ein 38-Monats-Tief –, doch machen sie weiterhin rund ein Viertel der indischen Einfuhren aus.
Die Londoner Zeitschrift The Economist schrieb beispielsweise, dass „die bombastischen Behauptungen von Herrn Trump wahrscheinlich nicht umgesetzt werden.
Ein vollständiger Verzicht gilt als unrealistisch. Auch der Kreml erklärte, keine entsprechenden Signale aus Indien erhalten zu haben.
Indische Regierungsvertreter betonten zudem, dass Landwirtschaft und Milchwirtschaft geschützt bleiben. Experten verweisen auf praktische Gründe für Indiens Zurückhaltung: russisches Öl ist günstiger, schneller verfügbar und mit niedrigeren Transportkosten verbunden.
Insgesamt zeigen die Daten, dass Trumps weitreichende Ankündigungen politisch überzeichnet sind und kaum mit der tatsächlichen indischen Handels- und Energiepolitik übereinstimmen.