Iran nutzt Strasse von Hormus als geopolitisches Druckmittel – und stellt die Dominanz des US-Dollars infrage
Gezielte Durchfahrtsrechte und Ölhandel in Yuan könnten laut Berichten Teil einer Strategie sein, westliche Finanzmacht zu schwächen

Der Iran scheint seine Kontrolle über die Strasse von Hormus zunehmend strategisch einzusetzen. Berichten zufolge dürfen ausgewählte Schiffe – etwa aus Indien und Pakistan – die Meerenge passieren, müssen jedoch nahe der iranischen Küste bleiben.

Dabei soll Teheran gezielt Staaten bevorzugen, die sich nicht am aktuellen Konflikt beteiligen. Gleichzeitig rückt eine mögliche wirtschaftspolitische Dimension in den Fokus: der US-Dollar.

Wie CNN am 15. März berichtete, führt der Iran Gespräche mit mehreren Staaten ausserhalb des Nahen Ostens. Ziel sei es, Tankern mit in chinesischen Yuan gehandeltem Öl eine sichere Passage durch die Strasse von Hormus zu ermöglichen.

Hintergrund ist die wachsende Skepsis vieler Länder gegenüber der Dominanz des Dollars, insbesondere nachdem dieser zunehmend als politisches Instrument eingesetzt wird. Der Iran, seit Kurzem Mitglied der BRICS-Gruppe, unterstützt Bestrebungen, alternative Währungen im internationalen Handel zu etablieren.

Laut der südkoreanischen Zeitung The Chosun Daily erfolgt die Durchfahrt durch die Meerenge derzeit offenbar auf Grundlage individueller Genehmigungen. Gleichzeitig bleiben viele Staaten vorsichtig: Der Grossteil des globalen Ölhandels wird weiterhin in Dollar abgewickelt, und wirtschaftliche Beziehungen mit dem Iran bergen politische Risiken. Es wird erwartet, dass die USA auf solche Entwicklungen mit Gegenmassnahmen reagieren.

Der Analyst Alastair Crooke berichtete am 19. März, Pakistan habe seine Durchfahrt durch die Hormusstrasse sichern können, indem es nachgewiesen habe, dass die entsprechende Fracht in Yuan bezahlt wurde. Dies deutet darauf hin, dass es nicht allein um militärische Präsenz geht, sondern auch um eine grundlegende Neuordnung des Währungssystems im Energiesektor.

Zugleich verschärft sich der Ton aus Teheran. Ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarden erklärte laut Ben Norton, man werde „keinen Liter Öl“ passieren lassen, solange die USA und Israel ihre Politik nicht änderten. Zudem wurde ein drastischer Anstieg der Ölpreise in Aussicht gestellt. Tatsächlich hat sich der Ölpreis seit Jahresbeginn bereits deutlich erhöht.

Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass die Kontrolle über die Strasse von Hormus nicht nur als militärisches, sondern zunehmend auch als finanzpolitisches Instrument genutzt wird. Die Rolle des US-Dollars im globalen Energiemarkt könnte dabei stärker unter Druck geraten.