Vor den Präsidentschaftswahlen spitzen sich die Spannungen in der armen, aber biodiversen Region Cauca zu. Dort stehen sich zwei gegensätzliche Kandidatinnen gegenüber: die ultrarechte Paloma Valencia (Centro Democrático) aus der traditionellen Elite und die indigene Nasa-Aktivistin Aida Quilcué (Pacto Histórico), die für soziale Gerechtigkeit kämpft.
Der Indigene Regionalrat des Cauca (CRIC) fordert echte Veränderungen für Kleinbauern, Afrokolumbianer und indigene Gemeinschaften. Nini Daza vom CRIC betont, dass es nicht nur um Wahlen gehe, sondern um Landrechte und wirtschaftliche Alternativen. Trotz des Friedensabkommens von 2016 mit der FARC tobt der Konflikt weiter: Dissidenten, bewaffnete Gruppen und illegale Ökonomien führen zu Massakern, Vertreibungen und Zwangsrekrutierungen. Die Petro-Regierung versucht mit «Paz Total» die Ursachen zu bekämpfen, doch die Gewalt bleibt hoch (35 Massaker und 133 Tote allein im ersten Quartal 2026).
Der CRIC setzt auf selbstverwaltete Kaffee-Kooperativen, um der Armut und dem Kokaanbau entgegenzuwirken. «Jeder Hektar Kaffee ist einer weniger für Drogen», erklärt Manuel Bustos. Die Projekte sollen die lokale Wirtschaft stärken, Jugendlichen Perspektiven bieten und langfristig zur Befriedung der Region beitragen. Historisch ausgebeutete Gemeinschaften kämpfen damit für Selbstbestimmung und gegen die Dominanz der alten Eliten