Das US-Repräsentantenhaus hat mit 215 zu 208 Stimmen eine Resolution verabschiedet, die Präsident Donald Trump verpflichtet, die US-Streitkräfte aus den Feindseligkeiten gegen den Iran zurückzuziehen, sofern der Kongress keinen Krieg ausdrücklich genehmigt. Vier Republikaner schlossen sich dabei den Demokraten an und verschafften der Vorlage eine knappe Mehrheit.
Mehrere ähnliche Anläufe waren in den vergangenen Monaten noch gescheitert. Dass die Resolution nun angenommen wurde, gilt als politisches Signal von erheblicher Tragweite. Zwar dürfte Trump ein entsprechendes Gesetz mit seinem Veto blockieren, und die nötige Zweidrittelmehrheit für eine Überstimmung scheint ausser Reichweite. Dennoch zeigt die Abstimmung, dass der Widerstand gegen eine weitere Eskalation des Konflikts mit dem Iran wächst.
Besonders bemerkenswert ist, dass sich erstmals auch republikanische Abgeordnete offen gegen den Präsidenten stellten. Beobachter führen dies unter anderem auf die zunehmende Skepsis der amerikanischen Bevölkerung gegenüber einem neuen Krieg im Nahen Osten zurück.
Die Abstimmung deutet zudem auf einen breiteren Autoritätsverlust Trumps hin. Bereits bei innenpolitischen Ausgabenprojekten musste er zuletzt Rückschläge hinnehmen. Damit wird sichtbar, dass seine Fähigkeit, die republikanische Mehrheit im Kongress auf Linie zu halten, schwindet. Der Entscheid des Repräsentantenhauses könnte daher weniger als unmittelbare Kriegsbremse wirken als vielmehr als Zeichen einer politischen Machtverschiebung in Washington.
Quellen:
Reuters: US House votes for measure that would end Iran war, in blow to Trump. 3.6.2026
Die Welt: US-Repräsentantenhaus stimmt gegen Iran-Krieg. 4.6.2026