Rund 60 Millionen Kurd leben weltweit, doch eine eigenständige Vertretung des kurdischen Volkes bei den Vereinten Nationen fehlt bislang. Zübeyir Aydar, Mitglied des Exekutivrats des Nationalkongresses Kurdistans (KNK), fordert deshalb einen Beobachterstatus für eine gemeinsame kurdische Repräsentanz. «Unsere Forderung ist Gleichberechtigung», betont er.
An einer Konferenz in Brüssel vom 3. Oktober wurde beschlossen, ein breit abgestütztes Komitee aus Parteien, Organisationen und Fachleuten aufzubauen. Eine internationale Unterschriftenkampagne soll Millionen Menschen mobilisieren. Die gesammelten Unterschriften sollen den UN und weiteren internationalen Institutionen übergeben werden. Noch befindet sich die Initiative in der Anfangsphase; die Kampagne hat nicht begonnen.
Aydar verweist auf historische Beispiele wie Palästina, Südafrika und Namibia, deren Befreiungsbewegungen internationale Anerkennung und Vertretungsmöglichkeiten erlangten. Dafür brauche es intensive diplomatische Arbeit und die Unterstützung von Staaten.
Entscheidend sei zugleich die Einheit der kurdischen Kräfte über politische und regionale Grenzen hinweg. Unterschiedliche Interessen und parteipolitische Gegensätze erschwerten bislang eine gemeinsame Strategie. Aydar ruft dazu auf, gemeinsame Anliegen über Einzelinteressen zu stellen.
Die Initiative soll nicht gegen die Staaten gerichtet sein, in denen Kurden leben. Sie zielt auf politische Gleichberechtigung, internationale Mitsprache und die Anerkennung der Kurd als eigenständiges Volk. Der Weg dorthin dürfte lang und schwierig werden.