In Mexiko-Stadt entstehen unter dem Namen Utopías neue öffentliche Zentren, die den Alltag in armen Stadtteilen verbessern sollen. Das Akronym steht für Einheiten zur Transformation und Organisation für Inklusion und sozialen Zusammenhalt. Die Regierungschefin Clara Brugada hat das erste dieser Zentren in der Sportstadt Magdalena Mixiuhca eröffnet. Es erstreckt sich über 80'000 Quadratmeter und bietet unter anderem ein halb-olympisches Schwimmbecken, Sportplätze, kulturelle Einrichtungen und Gemeinschaftsräume.
Die Utopías sollen allen Bewohnerinnen und Bewohnern kostenlos zugänglich sein und Dienstleistungen im Bereich Gesundheit, Sport und Kultur bereitstellen. Ziel ist es, den Zugang zu Freizeitmöglichkeiten innerhalb von 15 Minuten zu gewährleisten und territoriale Ungleichheiten abzubauen. Besonders im stark benachteiligten Bezirk Iztapalapa wurden bereits mehrere solcher Anlagen geschaffen. Dort finden sich neben Sporteinrichtungen auch Waschmaschinen für die Bevölkerung, ein Streichelzoo mit Ziegen und Ponys, ein Planetarium sowie ein umgebautes Flugzeug, das als Bibliothek dient.
Brugada bezeichnet das Projekt als «Geburt einer neuen Art, Städte zu bauen». Es basiert auf sozialem Urbanismus und soll öffentliche Räume zurückerobern, die bisher vernachlässigt oder von Kriminalität geprägt waren. Insgesamt sind während ihrer Amtszeit bis zu hundert Utopías in verschiedenen Teilen der Hauptstadt geplant. Die Einrichtungen dienen nicht nur der Erholung, sondern auch der Förderung von Gemeinschaft und sozialer Teilhabe.Kritikerinnen und Kritiker fragen, ob solche Projekte von oben tatsächlich nachhaltig wirken können. Befürworterinnen sehen darin jedoch einen wichtigen Schritt, um das Recht auf die Stadt für alle zu verwirklichen und benachteiligte Quartiere aufzuwerten.