proGenia – das Wunder des Lebens feiern
Wie könnten Räume und Infrastrukturen aussehen, die den Menschen nicht reduzieren oder instrumentalisieren, sondern ihn in seinem Wesen würdigen? Aus dieser Frage heraus ist proGenia entstanden.
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proGenia

Ich habe den Eindruck, dass wir in einer Zeit leben, in der ungeheuer vieles optimiert wird – und zugleich Wesentliches verloren geht. Wir optimieren Prozesse, Systeme, Kommunikation, Bildung, Selbstmanagement. Wir beschleunigen, vergleichen, messen und vernetzen. Und dennoch begegnen mir viele Menschen, die spüren, dass trotz aller Möglichkeiten etwas fehlt: Sinn, Verbundenheit, Orientierung, echte Begegnung, Resonanz.

Vielleicht liegt dies daran, dass wir versuchen, innerhalb derselben Denk- und Wirkungslogik Lösungen zu finden für Probleme, die gerade aus dieser Logik hervorgegangen sind. Mich beschäftigt deshalb seit vielen Jahren weniger die Frage, wie man das Bestehende optimieren oder effizienter machen kann, sondern vielmehr:

Wie könnten Räume und Infrastrukturen aussehen, die den Menschen nicht reduzieren oder instrumentalisieren, sondern ihn in seinem Wesen würdigen? Aus dieser Frage heraus ist proGenia entstanden.

proGenia ist kein gewöhnliches Unternehmen und auch keine klassische digitale Plattform. Es ist vielmehr der Versuch, einen kulturellen, sozialen Begegnungsraum zum Leuchten zu bringen, in dem Menschen nicht primär als Konsumenten, Nutzer, Zielgruppen oder Humankapital erscheinen, sondern als Wesen mit Potential, Würde, schöpferischer Kraft und innerem Ruf. Dabei ist es mir wichtig, dass nicht das Virtuelle im Vordergrund steht, sondern das real Existierende. Die proGenia Plattform ist nicht als Raum des Lebendigen gedacht, sondern als Abbild dessen, was wirklich ist und Wirkung entfalten will.

Im Zentrum von proGenia steht ein Gedanke, der mich seit vielen Jahren umtreibt: die Förderung der Genialität des Lebens.

Der Begriff «proGenia» verweist dabei auf den Genius und die Genia – auf jene schöpferische Kraft, die jedem Lebewesen innewohnt und die sich entfalten möchte. Mich bewegt die Frage, wie Bedingungen entstehen können, unter denen Menschen innerlich und äusserlich wachsen, ihren eigenen Weg finden und zugleich in Verbindung mit anderen treten können. Denn das Eine bedingt das Andere.

Für mich bedeutet Bildung deshalb weit mehr als Ausbildung oder Anpassung an bestehende Systeme. Bildung geschieht dort, wo Menschen dem Leben begegnen, Fragen stellen, sich erproben, scheitern, gestalten, Verantwortung übernehmen und allmählich entdecken, wer sie sind und was sie der Welt schenken möchten. Ich nenne dies: frei sich bilden.

Ein Beispiel mag verdeutlichen, was mich dabei bewegt: Wenn ein Mensch heute den Wunsch verspürt, frei sich zu bilden, Gleichgesinnte zu finden, ein Projekt sichtbar zu machen, eine Werkstatt zu öffnen, eigene Gedanken zu veröffentlichen oder seine Fähigkeiten in den Dienst anderer zu stellen, dann findet er dafür meist nur fragmentierte Strukturen vor. Für das eine gibt es soziale Medien, für das andere Vereinsstrukturen, für ein drittes Veranstaltungsplattformen, Wissensdatenbanken oder Verkaufsportale.

Mich interessiert die Frage, ob sich solche Aspekte zu einem lebendigen Ganzen verweben lassen.

proGenia ist der Versuch, eine Infrastruktur zu entwickeln, in der Menschen nicht nur Inhalte konsumieren, sondern Beziehungen aufbauen, Wissen teilen, Projekte verwirklichen, Wirkstätten schaffen, sich gegenzeitig unterstützen und vernetzen und ihre Potentiale entfalten können.

Mit proGenia versuche ich, dafür konkrete Strukturen zu entwickeln.

Heute umfasst das Projekt die Verzahnung verschiedener Bereiche: der Kern bildet das NET, ein geschütztes Netzwerk, das für die grosse Öffentlichkeit unsichtbar bleibt und nur auf Einladung betreten werden kann. Aus diesem Netzwerk heraus werden entweder für die Öffentlichkeit oder für den internen Kreis der VERBÜNDETEN «Inhalte» und «Möglichkeiten» generiert. Seien dies OASEN – Wirkorte und Werkstätten, Zellen der Geborgenheit und Kompetenzzentren, Tempel der Feierlichkeit und Gastfreundschaft – oder IKIGAI, also das, wofür wir uns gerufen fühlen, das, wofür wir mit Freude und Begeisterung in den Tag starten. Eine Kombination aus BLOG, FEED und WIKI eröffnet einen Wissensraum für Gedanken- und Erfahrungsaustausch, der EHRENKODEX gibt eine gemeinsame ethische Ausrichtung vor, wobei sich VERBÜNDETE in essayistischer Form in einen Dialog begeben können. Auf EVENTS kann zu Veranstaltungen eingeladen werden und im SHOP kann eine BOUTIQUE eröffnet werden, um seine eigenen Produkte anzubieten.

Konzeptionell interessiert mich besonders die Verbindung von Technologie und Menschlichkeit.

Ich glaube nicht, dass Technik unser Gegner ist. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Aus welcher Haltung heraus gestalten wir sie?

Digitale Räume können Konkurrenz, Selbstdarstellung, Polarisierung und Zerstreuung verstärken. Sie können aber auch Orte werden, an denen Menschen sich in Würde begegnen, voneinander lernen, gemeinsam wirken und neue kulturelle Formen entwickeln.

Genau dies versuchen wir in einem iterativen Prozess mit proGenia zu erkunden.

Deshalb geht es bei proGenia nicht nur um Funktionen oder Inhalte, sondern auch um Sprache, Ästhetik und Kultur. Selbst kleine Begriffe werden bewusst gewählt. So sprechen wir beispielsweise nicht einfach von «Followern», sondern von VERBÜNDETEN. Nicht bloss von «Kommentaren», sondern von DIALOG. Nicht von «Reichweite», sondern von KONSONANZ.

Mich interessiert, wie digitale Räume aussehen könnten, wenn nicht Reichweite und Kontrolle im Zentrum stehen, sondern Beziehung, Vertrauen und Mitgestaltung.

Natürlich bringt ein solches Vorhaben grosse Herausforderungen mit sich. Technisch bewegen wir uns zwischen bestehenden Systemen und dem Wunsch, das Rad neu zu definieren. Organisatorisch stellt sich die Frage, wie Strukturen entstehen können, die zugleich tragfähig und menschlich bleiben. Und kulturell zeigt sich immer wieder, wie schnell Räume in bekannte Muster zurückfallen: Hierarchien, Lagerbildung, ideologische Verengung oder reine Selbstvermarktung wollen transzendiert werden.

Es geht nicht lediglich darum, neue Werkzeuge zu entwickeln, sondern darum, neue Formen des Miteinanders zu wagen. Ich empfinde proGenia deshalb nicht als fertige Antwort. Eher als Werkstatt. Als Suchbewegung. Als lebendigen Prozess.

Es gibt bereits einige Menschen, die sich diesem Weg annähern: Verbündete, Oasen, Austausch und Begegnungen. Vieles ist noch klein, manches tastend, manches unfertig – und gerade darin vielleicht wahrhaftig.

Denn ich glaube, dass Wesentliches selten vollständig planbar entsteht. Es wächst. Es reift. Es entfaltet sich in Beziehung.

Mein Wunsch ist es, dass proGenia langfristig zu einem lebendigen Ökosystem wird: zu einem Raum, in dem Menschen ihre Potentiale entfalten, sich gegenseitig stärken, Wissen teilen, Kultur gestalten und gemeinsam neue Formen des Zusammenlebens erproben können – analog und digital, lokal und international.

Letztlich geht es mir um die Frage: Wie können wir miteinander leben und wirken, dass das Leben pulsiert?

Ich glaube, viele Menschen ahnen heute: In unserem Raum wäre weit mehr möglich.

Nicht mehr Konsum.
Nicht mehr Geschwindigkeit.
Nicht mehr Optimierung.

Sondern mehr Tiefe.
Mehr Bedeutung.
Mehr Verbindung.
Mehr Menschlichkeit.

Vielleicht beginnt Zukunft dort, wo Menschen den Mut finden, dem noch Ungewordenen Raum zu geben. proGenia ist mein Versuch, einen solchen Raum mitzugestalten.


Du fühlst Dich angesprochen? Setze Dich mit mir in Verbindung: [email protected]

Quelle und Link für weitere Informationen:
progenia.ch

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