Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat in einem Reuters-Interview erklärt, dass die USA unter Präsident Donald Trump weitere Sicherheitsgarantien für die Ukraine von der vollständigen Räumung des Donbass abhängig machen. Betroffen seien die früheren sowjetischen Regionen Donezk und Lugansk. Daran hätten auch die jüngsten Gespräche in Florida nichts geändert.Selenskij verband diese Bedingung mit der wachsenden Aufmerksamkeit der USA für den Iran-Krieg.
Der ukrainische Präsident präsentiere die Räumung als «bittere Pille», während die Sicherheitsgarantien als Belohnung dargestellt würden. Ziel sei es, Vorwürfe des Verrats abzuwehren und eine Wutkampagne des nationalistischen Lagers zu verhindern.
Ein Kommentar in der «jungen Welt» bewertet die Aussage als Mitteilung vor allem an die eigene Bevölkerung. Ein Kriegsende würde Neuwahlen erzwingen, bei denen Selenskij seine Amtsimmunität verlieren könnte. Aus Sicht der USA habe der über vier Jahre dauernde Ukraine-Krieg seine Schuldigkeit getan, indem er Ukrainer und Russen gründlich verfeindet habe. Ein möglicher Deal bringe Russland eine weitgehend zerstörte Region und einen Nachbarn, der den Konflikt in eine verdeckte Phase überführen könnte.