Zwei Tage nach der Vereinbarung einer zweiwöchigen Waffenruhe zwischen Iran und den Vereinigten Staaten bleibt die Lage in der Strasse von Hormus unklar. Iranische Stellen deuten an, dass sie für die Durchfahrt von Schiffen Gebühren erheben wollen. Bisher fehlt jedoch eine offizielle Bestätigung aus Teheran. Der einflussreiche Parlamentssprecher Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte, wegen Verstössen der Gegenseite – insbesondere israelischer Luftangriffe auf Beirut – ergäben weder die Waffenruhe noch die geplanten Verhandlungen in Islamabad Sinn. Ob der Libanon überhaupt in die Vereinbarung einbezogen ist, bleibt umstritten. Der genaue Inhalt der Waffenruhe wurde bislang nicht veröffentlicht.
US-Präsident Donald Trump hatte die sofortige sichere Wiederöffnung der Meerenge gefordert, durch die vor dem Konflikt ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls transportiert wurde. Seit der Ankündigung der Waffenruhe passierten nur wenige Schiffe die Strasse, wie kommerzielle Beobachter berichten. Berichte über eine mögliche vollständige Schliessung oder Verminung von Fahrrinnen bleiben widersprüchlich und unbestätigt.Völkerrechtlich ist die Erhebung von Durchfahrtsgebühren in natürlichen Meerengen umstritten. Iran hat die UN-Seerechtskonvention zwar unterschrieben, aber nicht ratifiziert.
Experten verweisen auf Gewohnheitsrecht, das eine freie Passage vorsieht. Dennoch könnten Dienstleistungen wie Sicherheitsmassnahmen oder Koordination kostenpflichtig werden – ein Thema für künftige Verhandlungen mit Oman.Die Situation zeigt, wie fragil die aktuelle Feuerpause ist.