Bevor Ralf Otterpohl das Institut für Siedlungswasserwirtschaft an der TU Hamburg leitete, entwickelte er mathematische Modelle für Kläranlagen und Kanalnetze. Im Interview deutet er an, was ihn diesem Beruf entfremdete: «Das Wasser der Toiletten geht in die Meere – ein völliger Wahnsinn!»
Der Erfolg mit nachhaltigeren Toiletten reichte ihm nicht. Er wollte Lösungen, die tiefer greifen. Die gab es, das lernte er von der Natur: Funktionierende Wasserkreisläufe setzen einen gesunden Boden voraus. Für Humusaufbau brauchen wir weniger Maschinen und mehr Menschen auf dem Land. So entstand das Konzept des «Neuen Dorfes»: Vitale Dörfer mit Minifarmen, lokaler Produktion und guter Nachbarschaft sind Lösungen für verlassene ländliche Räume. Ralf Otterpohls gleichnamiges Buch (2017) wurde ein Bestseller: Viele wurden davon sogar inspiriert, aufs Land zu ziehen.
Er selbst verliess die Uni und baut im Wendland an der Elbe einen Waldgarten und ein geomantisch ausgerichtetes Haus auf. Gemeinschaften und Ökodörfer könnten die Lösung für so vieles sein, doch – wie er erkannte: Meistens funktionieren sie nicht. «Es hakt oft, und zwar am Zwischenmenschlichen.» Spricht er das Problem in Vorträgen an, geht oft ein Aufatmen durch die Zuhörerschaft. «Viele merken es und denken, es liegt nur an ihnen. Aber niemand lebt gut in Gemeinschaft, Partnerschaft oder Familie, ohne innere Arbeit zu machen. Ungelöste Traumata saugen uns die Energie ab. Wir müssen herausfinden, was unsere Vitalität so blockiert, und dann die Blockaden lösen. Die Werkzeuge dazu gibt es.»
Die Methode der Psychokinesiologie nach Dr. Dietrich Klinghardt überzeugte ihn. Sie löst Traumata mit Hilfe von Muskeltests und Augenbewegungen (EMDR) in kürzester Zeit auf. «Das ist unglaublich effektiv», berichtet er «In einer halben Stunde kann sich damit ein Leben verändern. Blockaden aus Kindheit, Geburt oder sogar Zeugung werden erkannt, Menschen richten sich auf, sehen jünger aus. Ich erlebe das immer wieder.»
Damit nicht jeder bei einem Problem unter Menschen in eine Klinik muss, entwickelte er aus der Psychokinesiologie eine noch einfachere Methode, die jeder mit etwas Übung anwenden kann: die Psychomantie. Statt des komplizierten Armtests nutzt er das Pendel und fragt systematisch das Unterbewusste ab: Hauptlebensthemen und Familienverstrickungen auch aus früheren Leben kommen so ans Licht.
Psychomantie und Geomantie bilden den methodischen Unterbau für die neuen vitalen Dörfer: «Erst lösen wir persönliche Blockaden, dann harmonisieren wir Wohnungen und Landschaften.»
Geomantie als ein bewusstes Wahrnehmen von Umgebung, Wohnung und Landschaft hatte Otterpohl schon während seiner wissenschaftlichen Laufbahn fasziniert. Seit vielen Jahren leitet er seither kleine Gruppen in der Kunst an, Energielinien und Elementarwesen sowie auch Einflüsse zu erkennen, die Vitalenergie rauben können.
«Viele Gegenden oder Räume sind energetisch niedrig», erklärt er im Gespräch. «Darin kommen wir nicht in unsere Kraft. Durch einfache Massnahmen kann man die Blockaden öffnen.»
Vitalenergie sei unsere wichtigste Ressource, die es unbedingt zu schützen gelte. Wovor? «Vor parasitären Wesenheiten. Das können die Geister von Verstorbenen oder energetische Löcher in der Umgebung sein.» Sein neues Buch «Maximal vital» gibt Anleitungen für Massnahmen zur Bewahrung der Vitalenergie.
Den Vorwurf, in die Esoterik abgerutscht zu sein, nimmt Otterpohl gelassen. «Dass es funktioniert, ist wissenschaftlich bewiesen. Nicht von der Kommerzwissenschaft, sondern von der freien Wissenschaft, der Wissenschaft der neuen Erde.»
Ralf Otterpohl: Maximal Vital. Vitalenergie für Mensch, Wohnung und Umgebung, epubli, 2026, 124 Seiten, 15 Euro, ISBN 978-3-565-30755-5
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