Was geht ausserhalb der Strasse von Hormuz?
Eine der einflussreichsten Berliner Denkfabriken rät zu stärkerer Aufmerksamkeit für neu in Planung befindliche Pipelines und Transportkorridore aus dem Mittleren Osten nach Europa.

Eine der einflussreichsten deutschen Denkfabriken auf dem Feld der Außenpolitik rät zu stärkerer Aufmerksamkeit für neue Transportkorridore aus den Ländern am Persischen Golf nach Europa. Wie es in einer aktuellen Analyse aus der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin heißt, führen die faktische Sperrung der Straße von Hormuz und die wachsenden Risiken beim Durchqueren der Einfahrt zum Roten Meer (Bab al Mandab) wegen der Kriege in Mittelost zur Zeit dazu, dass in den arabischen Golfstaaten Pläne für Alternativrouten nach Europa stark gefördert werden. 

Dabei handelt es sich zum einen um Pipelines, die vor allem die Straße von Hormuz umgehen oder aus dem Mittleren Osten in Mittelmeerhäfen Syriens und der Türkei geführt werden sollen. Zum anderen geht es um den Bau von Transportkorridoren, die Warenlieferungen zwischen der Arabischen Halbinsel und Europa auf alternativen Routen ermöglichen sollen – etwa über Ägypten, über Syrien oder über die Türkei. Weil sie den Mittleren Osten infrastrukturell an Europa bänden, sollten diese Projekte gefördert werden, rät der Autor der Analyse, der ehemalige SWP-Direktor und renommierte Mittelostexperte Volker Perthes.


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