Frieden geht durch den Magen
Nicht nur Liebe, auch Frieden geht durch den Magen. Wenn einem jemand in der Wüste begegnet, so heisst es, gibt man ihm zu trinken, ohne zu fragen, wer er ist und welche Meinung er hat. In dem kleinen südfranzösischen Winzerdorf, in dem ich lebe, öffnet meine Freundin Garance seit sechs Jahren jeden Mittwochabend ihr Haus. Jeder bringt etwas zu essen und zu trinken mit. Geimpft und ungeimpft, von hier und von woanders. In meiner Garage und meinem Garten organisiere ich regelmässig gemeinsame Essen, Kinoabende, Konzerte. Frieden läuft über Begegnung: sich gegenseitig einladen, sich zuhören, sich in die Augen schauen. Frieden ist nicht, mit Forderungen und erhobener Faust auf die Strasse zu gehen, sondern sich selbst und anderen gegenüber achtsam zu sein, wohlwollend, freundlich. «Seid doch einfach ein bisschen netter zueinander» – das soll der amerikanische Schriftsteller Kurt Vonnegut, angesprochen auf die grossen Probleme unserer Zeit, gesagt haben. Das kann jeder. Jeder kann lächeln. Jeder kann zuhören. Jeder kann der Gemeinschaft etwas geben, in der er lebt. Jeder kann die Welt friedlicher machen. Und jeder, der meint, das würden ja nichts nützen, solange es nicht alle tun, meint es nicht wirklich ernst mit dem Frieden.
Kerstin Chavent
https://bewusstseinimwandel.blogspot.com/
Nie wieder Krieg!
Ich habe aber gerade Aufkleber mit der bekannten Grafik von Käthe Kollwitz «Nie wieder Krieg!» bestellt und möchte mich damit in der Öffentlichkeit positionieren und zeigen, dass ich nicht «kriegstüchtig» (übrigens ein Begriff, den Joseph Goebbels verwendet hat) werden möchte.
Frank Grünler
www.komm-zu-dir.de
Prophezeiung
Fünf bekannte Seher, u.a. Nostradamus und Hirlmeier sagten voraus, dass es um den 23. Mai 2026 in Berlin, Frankfurt und München grosse friedliche Aufstände geben soll, die zur Wende führen. Seit 50 Jahren betreibe ich Astrologie als Hobby, daher hat mich dieses Datum interessiert. Ich habe ein Horoskop dafür erstellt. Es sieht sehr gut aus für eine Wendung zum Guten! Wie wäre es, wenn man auf dieses Datum hinarbeiten würde?
Doris Manner

Es gibt im Haus keinen Strom, eine Holzofenheizung und bis heute habe ich noch nie eine Miete bezahlt.
Hausbesetzung für den Frieden
In einem 400jährigen vergessenen alten Haus am Rand vom Dorf, biete ich seit 2015 Yoga und Meditationen an. Es gibt im Haus keinen Strom, eine Holzofenheizung und bis heute habe ich noch nie eine Miete bezahlt. Es steht seit ca 20 Jahren leer - ist sogenannt unbewohnbar und wartet auf eine grosse teure Restauration. Die Pläne dafür werden immer wieder neu überarbeitet.
Wir haben dort unsen Frieden… Manchmal einfach mit Kerzenlicht.
Das Dorf heisst Root: Wurzel
Gaby
Women in White
Seit knapp 2 Jahren ist eine internationale Gruppe von Women in White dabei, die Vision (so aufgeschrieben von Miki Kashtan und Aida Shibli) in die Welt zu bringen. Mehr dazu auf unserer Webseite womeninwhite.net
Susanne
Distanz
Ein Nahtod-Erlebnis liess mich an meine Lebensaufgabe erinnern, welche mit «Frieden schaffen» zu tun hat. Ich sehe die Lügen der Politiker, die Kriege der Mächtigen und die Folter der Diktatoren, aber ich habe das Glück, das Treiben von sehr weit weg sehen zu dürfen. So weit weg, dass es mich emotional nicht berührt, ich aber trotzdem die Falschheit des Systems und die jeder Ethik zuwiderhandelnden Personen erkennen kann.
Die grosse Distanz der Betrachtung erlaubt mir, bewusst eine innere Zukunftsvision zu kreieren, wo sich die Menschen gegenseitig Wert schätzen, wo jeder darauf achtet, dass durch sein Handeln niemand zu Schaden kommt. Das mache ich im Bewusstsein, dass sich meine innere Welt gemäss dem geistigen Gesetz nach aussen projiziert.
Wenn wir dereinst einige tausend Menschen sind, dann wird das Feld des Friedens so stark und so beeinflussend, dass sich die Kriegstreiber derart unwohl in ihrer Haut fühlen, dass sie sich entweder entfernen oder sich zum Frieden hinwenden, sie werden nicht anders können.
Peter Zollinger, Adligenswil
Sag Nein!
1947 schreibt Wolfgang Borchert seinen Satz in die Trümmer: «Dann gibt es nur eines: Sag Nein.» Und wir heute? Wir dachten, diese Wörter würden uns nicht noch einmal einholen: Krieg, Aufrüstung, Feind, Abschreckung. Wir hielten sie für das Vokabular eines vergangenen Jahrhunderts. Nun sind sie zurück. Nicht nur an den Fronten. Auch in unseren Debatten, in unseren Formulierungen, in unseren Kalkulationen. Natürlich stehen wir auf der Seite der Überfallenen. Natürlich wollen wir helfen. Aber genau darin liegt das Dilemma: dass Hilfe notwendig sein kann und man sich doch davor fürchtet, was Krieg zugleich mit Sprache, Denken und Wirtschaft macht. Zumal die Sache längst nicht mehr so sauber ist, wie wir es gern hätten. Auch die Guten führen inzwischen Kriege. Auch die Guten bombardieren, liefern, kalkulieren, rechtfertigen. Gerade das macht die Gegenwart so unerquicklich: dass selbst moralische Gewissheit das Blut nicht aus der Welt schafft.
Das Entsetzliche kommt nie nur mit Sirenen. Es kommt auch in sauberen Worten: Sicherheitslage, Nachfrage, Standortvorteil. Und plötzlich schleicht sich ein Satz ein, der alles verrät: Wenigstens läuft die Wirtschaft. Genau dort müsste Borchert wieder stören. Nicht mit naiver Reinheit. Sondern mit Gewissen.
Du Frau am Fliessband — sag nein, wenn sie dir einreden, das sei nur Arbeit.
Du Manager mit Erfolgsdruck — sag nein, wenn Krieg zum Markt erklärt wird.
Du Bürger, du Expertin, du Mitläufer — sag nein, wenn das Grauen wieder vernünftig klingt.
Nicht nein zur Solidarität.
Nicht nein zur Hilfe für die Angegriffenen.
Aber nein zu jeder inneren Zustimmung, wenn aus Krieg Rendite wird.
Denn die Niederlage beginnt nicht erst im Einschlag. Sie beginnt früher: im Satz, im Ton, in der Gewöhnung. Dort, wo wir anfangen, das Falsche für normal zu halten. Dort, wo wir uns einreden, man könne das Grauen verwalten wie ein Risiko, bepreisen wie einen Rohstoff, ausbalancieren wie eine Bilanz.
Reife besteht in solchen Zeiten nicht darin, sich für rein zu halten. Reife heisst, die Zumutungen der Wirklichkeit auszuhalten, ohne dem Zynismus zu verfallen. Pragmatismus wiederum ist nur dann etwas wert, wenn er nicht zur Ausrede wird. Man kann helfen müssen und dennoch wachsam bleiben gegenüber dem, was diese Hilfe mit einem selbst macht. Man kann das Notwendige tun und sich zugleich weigern, daraus eine moralische oder ökonomische Behaglichkeit zu beziehen.
Wir wollten das nicht noch einmal wissen müssen. Aber jetzt steht Borcherts Satz wieder vor uns. Nicht als Pathos. Als Prüfung.Und vielleicht ist genau das der nüchterne Trost dieser Zeit: Dass wir es noch merken. Dass uns die Sprache noch alarmiert. Dass uns der Profit am Grauen noch nicht selbstverständlich geworden ist. Solange das so ist, ist nicht alles verloren. Hoffnung beginnt heute vielleicht nicht mit großen Worten. Sondern damit, dass wir tun, was nötig ist, ohne uns innerlich dem Falschen zu überlassen. Der Anfang bleibt unscheinbar: ein klarer Blick, ein redlicher Satz, ein rechtzeitiges Nein.
Uwe Wehrle