Vor einigen Wochen habe ich an einem Seminar teilgenommen: AUF DIE STIMME DER ERDE HÖREN von und mit Sabine Lichtenfels und ihrer Tochter Vera Kleinhammes aus Tamera. Sie hatten dafür einen sehr schönen Ort ausgesucht: das Biohotel Gut Nisdorf am Ostseebodden, ein Ort, der bestens für ein solches Thema geeignet ist. Schnell kann man in dieser Umgebung in die Natur eintauchen, sich mit ihr verbinden und der Stille lauschen: Kann ich die Stimme von Mutter Erde überhaupt vernehmen? Oder habe ich zu viele Tausend andere Informationen in meinem Kopf, die diese Stimme übertönen? Wie schaffe ich Ruhe und Frieden in meinem Inneren? Zum Abschluss gaben uns die Leiterinnen den Auftrag, jede sollte sich dazu eine Frage stellen und als Aufgabe für das kommende Jahr mit nach Hause nehmen.
Was ich ausserdem noch mit nach Hause nahm war der Titel eines Buches, der gut zum Inhalt des Seminars passt: WIE WIR WIEDER INDIGEN WERDEN. Dieses Buch von Lucas Buchholz handelt vom Stamm der Kogi in Kolumbien, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das indigene Wissen, das Wissen von Mutter Erde wieder in die Welt zu bringen, das Wissen, wie wir wieder Frieden auf Erden bekommen können, und vor allem, wie wir mit der Welt umgehen sollten, damit das Leben der Menschheit hier weiter bestehen kann.
Zwischen 16 000 und 22 000 Kogi leben im Nordosten Kolumbiens in einem Gebiet, das etwa so gross ist wie das Saarland. Sie leben in Dörfern mit bis zu 300 Bewohnern, weit verteilt in der Bergwildnis. Gemüsegärten und kleine Kaffee- und Obstplantagen umgeben die Siedlungen. Keine Autos gibt es hier, keine Strassen, keinen elektrischen Strom.
Verborgen in den Wäldern des schwer zugänglichen Gebirges hielten sie sich lange abgeschottet von unserer Zivilisation, verweigerten sich der Kolonisation und bewahrten sich ihr mindestens 4 000 Jahre altes Wissen und ihre vorkolumbianische Kultur mit Hilfe der dazu ausgebildeten «Mamos», Träger der indigenen Weisheit.
Gegen Ende des letzten Jahrtausends beschlossen diese Weisen, die Isolation ihres Volkes aufzugeben, um sich mit einer dringenden Warnung an die moderne Welt zu wenden. Sie sahen, dass die globale Umweltzerstörung – wie Abholzung, Verschmutzung des Wassers und Vergiftung der Böden, zusammen mit dem Klimawandel – das Gleichgewicht der Erde schwerwiegend störte. Für die Kogi ist die Erde ein lebendiges Wesen, und sie fühlten sich verpflichtet, die Menschheit aufzufordern, ihr Handeln zu überdenken, um das Überleben der Erde und damit auch der Menschheit zu sichern.
Lucas Buchholz betont in seinem Buch, dass für die Ältesten der Kogi in allen Gesprächen, Veranstaltungen und stillen Momenten jederzeit völlig klar war: Wir (die Zivilisierten) haben als moderne Welt unglaublich viel erreicht, aber ebenso viel im Innern verloren und im Aussen zerstört. Wir stehen als Menschheit und als einzelne Menschen an einem Scheideweg. Es gibt die Wahl, sich wieder dem Verlorenen zuzuwenden und es zu integrieren oder noch ein ein wenig so weiterzumachen wie bisher, mit fraglichen Chancen, noch lange ein Zuhause auf diesem Planeten zu haben.
Um mich wieder diesem Verlorenen zuzuwenden, war das o.g. Seminar genau der richtige Impuls. Ich habe mir jetzt einen Kraftplatz in der Natur gesucht (und gefunden!), wo ich mich versenken und der Stimme der Erde lauschen kann. Die Natur beobachten, um von ihr zu lernen.
Die Essenz des Denkens der Kogi ist, die Genialität der Natur ins Zentrum zu stellen, ins Zentrum ihrer Kultur, ins Zentrum ihres Denkens, ihres Handelns. Und die Natur, die Landschaft, die Mutter Erde, dieser Körper der «All-Mutter», die Materialisierung der spirituellen Welt, ihrer Gedanken. Die Kogi drücken es so aus: Die All-Mutter hat erstmal die Welt gedacht und dann gewoben wie ein ganz grosses Stück Stoff. Und dieser Stoff, das ist die Erde selbst. Alle Natur-Elemente, die Flüsse, die Seen, die Berge, die Höhlen, die Steine, und zuletzt dazu den Menschen – alles ist ein tief durchdachter Teil des Ganzen. Alles wurde erst gedacht, alles war erst eine Idee, ein göttlicher Gedanke.
Auch die alten Chinesen wussten: Am Anfang ist der Gedanke; aus den Gedanken werden Worte; aus den Worten werden Taten! Darum achte auf deine Gedanken! Denke friede-voll: Stell Dir vor, es ist Frieden — und alle machen mit!
Mach auch Du mit, jeden Montagabend um 21 Uhr und vielleicht auch noch täglich um 16 Uhr, deine Friedensgedanken ins morphogenetische Feld des Friedens zu senden. Mit der Kraft unserer gemeinsamen Friedensgedanken schaffen wir den Frieden für die Welt.