Der australische Neurowissenschaftler Jared Cooney Horvath hat Anfang 2026 vor einem Ausschuss des US-Senats eindringlich vor den Folgen übermässiger Bildschirmnutzung im Schulunterricht gewarnt. Trotz hoher Investitionen in digitale Technik schneidet die Generation Z in standardisierten Tests schlechter ab als frühere Jahrgänge. Internationale Vergleichsstudien wie PISA, PIRLS und TIMSS zeigten einen klaren Zusammenhang: Mehr Bildschirmzeit führe zu tieferen Leistungen in Lesen, Rechnen und Naturwissenschaften.
Horvath erklärt dies vor allem mit der Fragmentierung der Aufmerksamkeit. Digitale Geräte förderten ständigen Wechsel, Multitasking und oberflächliche Verarbeitung. Dadurch leide die tiefe Konzentration, das Verständnis und die Gedächtnisbildung. Die menschliche Kognition sei nicht für solche ständigen Unterbrechungen ausgelegt. In den meisten Kernfächern behinderten Bildschirme das Lernen statt es zu fördern.
Der Forscher kritisiert eine Politik, die digitale Mittel ohne ausreichende Wirksamkeitsnachweise und Schutzvorkehrungen vorantreibe. Er fordert, Bildungstechnik streng zu begrenzen und an die natürlichen Lernprozesse anzupassen. In Deutschland wird die Debatte durch Empfehlungen zur frühen Bildschirmnutzung bereits in Kindertagesstätten zusätzlich angeheizt. Kritiker sehen darin eine Beschleunigung der Bildungskrise.