Biologischer Anbau von Spirulina – ein Erfolgsmodell aus den Pyrénäen
Spirulina - die giftgrüne Mikroalge - ist nicht nur eines der bekanntesten Superfoods. Ihr Anbau kann auch ein guter Produktionszweig für kleine Landwirtschaftsbetriebe sein: je regionaler, desto besser.
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Produktion von Spirulina - die cremige grüne Paste kann frisch verzehrt werden und hält sich im Kühlschrank einige Tage. Foto: zVg

Spirulina, die blaugrüne Mikroalge (wissenschaftlich Arthrospira platensis), gilt als eines der nährstoffreichsten Superfoods der Welt. Mit bis zu 60–70 % Proteinanteil in der Trockenmasse, reich an Eisen, Vitaminen (besonders B12-ähnlichen Verbindungen), Antioxidantien wie Phycocyanin und essenziellen Fettsäuren ist sie ein wertvoller Beitrag zu einer nachhaltigen Ernährung. In kleinen, biologischen Betrieben wie dem von Cédric Lelievre im Süden Frankreichs wird sie erfolgreich und qualitativ hochstehend produziert. 

...Cédric Lelievre betreibt seit 23 Jahren die Spirulina-Farm «Le Chant de l´eau». Er entdeckte die Alge im Jahr 2000 für sich selbst, war begeistert von ihren gesundheitlichen Vorteilen und begann wenig später mit der eigenen Produktion. Heute ist sein Betrieb ein Musterbeispiel für erfolgreichen, kleinstrukturierten Bio-Anbau. Er produziert sowohl getrocknete Pulver als auch frische Paste und verkauft einen grossen Teil direkt ab Hof sowie über den Online-Shop in ganz Europa.

Einfach, natürlich und biologisch 

Die Kultivierung erfolgt in offenen oder geschützten Becken, teilweise im in Gewächshaus, die mit nährstoffreichem Wasser gefüllt werden. Wichtig ist, dass der pH-Wert um 10–10,5 (sehr basisch) liegt, das verhindert viele Verunreinigungen und unerwünschte Organismen. 

Die Wassertemperatur soll idealerweise 25–30 °C betragen, was im Süden Frankreichs ab März/April bis in den Herbst möglich ist. Viel Sonne und sanfte Belüftung fördern das Wachstum. 

Cédric Lelievre legt grossen Wert auf tägliche Pflege der Becken. «Man muss jeden Tag hingehen», betont er. Zusätzlich setzt er auf Harmonie und spielt jeden Tag klassische Musik – eine Praxis, die nicht nur den Menschen, sondern nach seiner Erfahrung auch dem Wachstum der Algen guttut.

Ernte und Verarbeitung – Frisch und schonend 

Die Ernte erfolgt morgens bei kühleren Temperaturen. Mit speziellen Pumpen wird die grüne Kulturflüssigkeit über feine Filtertücher geleitet. Die Spirulina bleibt als Biomasse zurück, tropft ab und ergibt eine frische, cremige grüne Paste. Diese kann direkt verzehrt werden (z. B. mit Olivenöl, Zitrone und Knoblauch) oder schonend weiterverarbeitet und getrocknet werden. 

Cédric Lelievre produziert streng biologisch und achtet auf hochwertige, kohärente Nährstoffzufuhren. Die ländliche Lage in den Pyrénäen minimiert Umweltbelastungen. Die Becken können bei guter Pflege monate- oder jahrelang genutzt werden. Bis zu 12 Tonnen Ertrag pro Hektar und Jahr sind möglich.

Cédric erklärt seit über zwanzig Jahren geduldig, was Spirulina ist und warum Qualität entscheidend ist. Etwa die Hälfte der Produktion geht per Versand in die Schweiz und ganz Europa. Frische Spirulina ist ca. 5 Tage im Kühlschrank haltbar. Das spricht für eine dezentrale kleine Spirulina-Produktion. Spirulina-Anbau könnte gerade für kleine Betrieben eine zukunftsweisende Alternative sein. 

www.lechantdeleau.fr

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