Die Bundesregierung hat am 14. Oktober 2026 ein Eckpunktepapier zum Kinder- und Jugendmedienschutz beschlossen. Darin plant sie unter anderem ein grundsätzliches Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren als nationale Übergangsregelung, bis eine EU-weite Lösung greift. Für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren sind abgestufte Beschränkungen vorgesehen. Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat sollen für die Jüngsten tabu sein; kindgerechte Angebote bleiben ausgenommen.
Auffälligstes Element ist das sogenannte «KI-Seepferdchen». Analog zum bekannten Schwimmabzeichen soll für Grundschulkinder ein bundesweit einheitliches Schulungsangebot geschaffen werden. Kinder sollen lernen, KI-Anwendungen zu erkennen, deren Chancen und Risiken einzuschätzen sowie reflektiert damit umzugehen. Das Angebot soll zeitnah und datensparsam umgesetzt werden.
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) räumte ein, man sei bei Smartphones und Social Media «zu naiv» gewesen. Seit knapp 20 Jahren nutze man die Technologie ohne ausreichende Risikofolgenabschätzung. Nach zunehmenden Konzentrationsproblemen, schlechteren Pisa-Ergebnissen, Mediensucht und psychischen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen will die Regierung nun mit Schutz, Befähigung und Teilhabe gegensteuern. Eine Informationskampagne für Eltern von Vorschulkindern soll noch vor Jahresende starten.Kritiker sehen darin verspätete Einsicht nach langjähriger Digitalisierungseuphorie. Die Eckpunkte sind vorerst Absichtserklärungen und noch keine verbindlichen Gesetze.