Kurzvideos auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube Shorts könnten weit mehr verändern als nur unsere Aufmerksamkeit. Gemäss einer neuen Studie in der Fachzeitschrift NeuroImage haben junge Erwachsene mit Anzeichen einer Kurzvideo-Sucht eine deutlich erhöhte Bereitschaft zu riskanten Entscheidungen.
Die Forscher fanden Gehirnmuster, die jenen bei anderen Abhängigkeiten wie Glücksspielsucht ähneln. Betroffene trafen Entscheidungen schneller und mit weniger innerer Reflexion – als würde die mentale Pause-Taste fehlen. Gleichzeitig zeigten Hirnregionen für Selbstkontrolle und langfristiges Denken eine verminderte Aktivität, während Bereiche für unmittelbare Reize stärker reagierten.
Die Folge: Kurzfristige Belohnungen wie das nächste Video gewinnen an Bedeutung, während langfristige Kosten – etwa Schlafmangel, Zeitverlust oder mentale Erschöpfung – in den Hintergrund treten. Zwar war die Studie klein und auf Studierende beschränkt. Dennoch fügt sie sich in eine wachsende Zahl von Untersuchungen ein, die darauf hindeuten, dass die Logik endlosen Scrollens unser Gehirn nachhaltig prägen kann. Die Forscher warnen: Kurzvideo-Apps fesseln nicht nur Aufmerksamkeit – sie könnten auch unser Entscheidungsverhalten schleichend umprogrammieren.