EU straft Google ab – doch Strafe fällt schwach aus
Zu spät, zu mild und dennoch brisant wegen Trump

Die EU-Kommission hat Google mit zwei Geldbussen von insgesamt einer Milliarde US-Dollar (rund 890 Millionen Euro) belegt. Der US-Konzern habe gegen das Digitale-Märkte-Gesetz (DMA) verstossen, indem er eigene Angebote in der Internetsuche bevorzugt behandelt und damit die Wahlfreiheit der Nutzer eingeschränkt habe. Betroffen sind vor allem Suchen nach Shopping, Hotels oder Sportresultaten. Zudem benachteilige Google fremde App-Entwickler im Play Store. 

Das Verfahren dauerte zwei Jahre statt der geplanten zwölf Monate. Beobachter vermuten, die EU habe aus Rücksicht auf US-Präsident Trump gezögert. Im Vergleich zu einer 500-Millionen-Euro-Strafe gegen Apple wirkt die Sanktion gegen Google eher mild. Dennoch ist sie politisch brisant: Trump hat die europäischen Digitalgesetze wiederholt kritisiert und mit Vergeltungsmassnahmen gedroht. 

Kritiker sehen in der Busse einen symbolischen Schritt gegen die Marktmacht der Tech-Giganten. Ob sie jedoch wirksam die Konkurrenz stärkt und den Nutzern mehr Auswahl bringt, bleibt abzuwarten. Für Google ist die Summe letztlich nur ein kleiner Betrag aus der Portokasse.