Die Initiative «Für eine sichere Ernährung» kommt voraussichtlich am 27. September 2026 zur Abstimmung. Es braucht ein JA zur Initiative!
Die laufenden Debatten im Parlament zeigen, wohin die Agrarpolitik, die wir jährlich mit 3,6 Milliarden Franken Subventionen unterstützen, führt:
Zulassung von mehr Pestiziden, millionenschwere Rettungspakete auf Kosten der Steuerzahler für eine Landwirtschaft, die zu viel Milch und Fleisch produziert, dafür aber zu wenig pflanzliche Lebensmittel.
Die Schlagzeilen dazu sind erdrückend:
- «30'000 Schweine müssen in der Schweiz entsorgt werden.»
- «Jede Woche liefern Schweizer Bauern 4000 Schweine zu viel –
nun sollen sie fürs Aufhören bezahlt werden» - «Schweizer Bauern vernichten LKWs voll Milch.»
Brief an die Landwirtschaft
Im Vorfeld der Abstimmung haben wir uns mit einem Brief an alle Landwirtinnen und Landwirte in der Schweiz gewandt und sie gebeten, die Initiative «Für eine sichere Ernährung» zu unterstützen. Denn Bundesrat und Parlament sorgen nicht für eine krisensichere Versorgung der Bevölkerung.
Sie ignorieren den Verfassungsauftrag, die Landwirtschaft so auszurichten, dass sie die Bevölkerung in Krisen- und Mangellagen aus eigenem Boden ernähren kann. Genug Ackerland dafür wäre per Gesetz gesichert. Doch die Selbstversorgung der Schweiz liegt nur noch bei 42%. Hauptursache dafür ist, dass auf 60% von unseren Ackerflächen Futtermittel wie Mais angebaut werden statt pflanzlichen Lebensmitteln für die Menschen.
Alarmierende Abhängigkeit vom Ausland
Wir leben in einer unsicheren Welt. Die Lebensmittelversorgung der Schweiz ist in hohem Masse vom Ausland abhängig und nicht auf Importausfälle vorbereitet. Bundesrat Parmelin untermauert dies und sagt: «In der Schweiz vergisst man, dass wir bei einem Problem an den Grenzen jeden zweiten Tag nichts zu essen haben, weil wir importieren.» Doch ohne Gegenvorschlag und ohne Plan für die Sicherstellung der Landesversorgung lehnt der Bundesrat unsere Initiative ab.
Überproduktion von Fleisch und Milch – fehlende Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln
75% der jährlichen 3,6 Milliarden Agrarsubventionen fördern die tierische Produktion. Die Produktion und der Konsum von pflanzlichen Lebensmitteln werden staatlich massiv benachteiligt. Landwirtinnen und Landwirte, die mehr pflanzliche Lebensmittel für die Ernährungssicherheit der Schweiz produzieren möchten, werden durch diese Subventionspolitik ausgebremst.
Selbstversorgung gibt Sicherheit
Mit dem Anstreben einer Selbstversorgung von 70%, der Förderung pflanzlicher Lebensmittel und der Sicherstellung von Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und sauberem Trinkwasser sorgt die Initiative für eine krisensichere Ernährung der Schweizer Bevölkerung. Ein verbindlicher Selbstversorgungsgrad gibt den Landwirtinnen und Landwirten Produktions- und Abnahmesicherheit für ihre Ernten. Sollten globale Krisen zu Importausfällen und Mangellagen führen, ist die Schweiz durch die Initiative erstmals darauf vorbereitet.
Neue Marktchancen und Zukunftsperspektiven
Der Brief an die Landwirtschaft zeigt auf, dass die Initiative Rahmenbedingungen schafft, durch die sich die Produktion von Getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen usw. für Landwirtinnen und Landwirte lohnt. Mehr pflanzliche Lebensmittel hierzulande anzubauen und zu verarbeiten, statt sie zu importieren, schafft Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung vor Ort, stärkt die Wirtschaft und bietet neue Einnahmequellen. Der Markt dafür besteht: Nur ein Drittel der pflanzlichen Lebensmittel, die wir essen, stammen aus der Schweiz, der Rest wird importiert.
Ernährungs- und Trinkwassersicherheit sind existenziell für uns, in Normal- wie in Krisenzeiten. Die Initiative bringt zur Umsetzung, was bis heute keine Agrarreform bewirkt hat. Ihre Forderungen und Ziele sind für die nationale Sicherheit und den Wohlstand unseres Landes von zentraler Bedeutung.