TURaS: Projektstart der EU-Initiative für städtische Anpassungsfähigkeit und Nachhaltigkeit

VertreterInnen aus 16 europäischen Städten sowie Forschungseinrichtungen und das Städtenetzwerk Klima-Bündnis haben sich in Dublin zum Projektstart von TURaS (Transitioning towards Urban Resilience and Sustainability - Verbesserung urbaner Resilienz und Nachhaltigkeit) getroffen. Ziel ist es, angesichts der Herausforderung durch Nachhaltigkeit die Anpassungsfähigkeit europäischer Städte und der angrenzenden ländlichen Gebieten zu stärken.

Zum ersten Mal leben mehr als 50 Prozent der Weltbevölkerung im städtischen Raum. Bis 2050 werden rund 70 Prozent der Menschen in Städten wohnen; 1950 (UN Population Division, 2010) waren es weniger als 30 Prozent. Zusammen mit den Auswirkungen des Klimawandels stellt diese Phase des beispiellosen Städtewachstums die Städte in Europa vor enorme ökologische Herausforderungen. Vom Verlust der städtischen Biodiversität über größeres Hochwasserrisiko bis hin zu steigendem Konsum vergrößert sich der ökologische Fussabdruck im städtischen Umland.

Als Antwort auf diese Herausforderungen arbeiten Forscher, Kommunen und Wirtschaftsunternehmen aus 16 Städten in elf europäischen Ländern die nächsten fünf Jahre zusammen. Neue Strategien für den Wandel sollen geschaffen werden, die es den Städten in Europa erlauben, sich anzupassen und nachhaltig zu werden sowie den städtischen ökologischen Fussabdruck zu reduzieren.

Jede Stadt konzentriert sich auf einen Forschungszweig. Diese werden am Ende der fünf Jahre zu einem integrierten Ansatz für städtische Anpassung und Nachhaltigkeit zusammengeführt. In Rotterdam, Stuttgart und London beispielsweise sondieren Forscher neue Wege zur Verminderung des Hochwasserrisikos und nutzen z.B. Regenwasser für grüne Wände und Dächer. In Brüssel, Rom und Sevilla suchen Wirtschaftsführer Möglichkeiten zur Unterstützung nachhaltig wirtschaftender Betriebe. Gleichzeitig wird in Dublin und Nottingham untersucht, ob Brachen genutzt werden können, um die städtische Biodiversität zu erhöhen und das Gemeinwesen zu verbessern.

Ein wichtiges Element des EU-Projekts ist die Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen um ihren Input bei Nachhaltigkeitsthemen einzubeziehen. In seiner Rede auf der Konferenz sagte Dick Gleeson aus Dublin: «Wir sind sehr gespannt auf das Potential dieses Projekts, das der Bevölkerung ermöglicht an der Stadt der Zukunft mitzuwirken.»

Das TURaS-Projekt wird vom University College Dublin koordiniert und über das 7. Rahmenprogramm der EU gefördert. Das Klima-Bündnis wird als Projektpartner ein Trainingskonzept unterstützen, das den Transfer von Ergebnissen in die Umgebung ermöglicht und ist verantwortlich für die Verbreitung der Projektergebnisse.

Weitere Informationen:
Dr. Andreas Kress, [email protected]
www.turas-cities.org

Climate Alliance / Klima-Bündnis / Alianza del Clima e.V.
www.climatealliance.org