Die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) kritisiert scharf Militärangriffe auf atomare Anlagen, Gesundheitseinrichtungen und zivile Energieinfrastruktur. Die Organisation warnt eindringlich vor einem Ökozid.Nach iranischen Angaben wurde gestern das Gelände des Atomkraftwerks Buschehr bei US-Angriffen erneut getroffen. Bereits vergangene Woche war das einzige iranische Atomkraftwerk von einem Geschoss getroffen worden. Zudem griffen die USA und Israel die Urananreicherungsanlage in Natans an.
«Wir begrüssen die klare Verurteilung des Iran-Krieges als völkerrechtswidrig durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier», erklärte IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen. Die Organisation appelliert an die Bundesregierung, dem Beispiel Spaniens zu folgen und jede direkte oder indirekte Unterstützung des Krieges durch die USA und Israel zu verweigern.
Ein direkter Treffer auf eine Atomanlage führe zwar nicht zu einer Atomexplosion, könne aber radioaktive Stoffe freisetzen und zu langfristiger Umweltverseuchung führen. Die IAEA und das Internationale Rote Kreuz betonen den besonderen Schutz solcher Anlagen nach humanitärem Völkerrecht.Neben den atomaren Risiken sei der Krieg bereits eine ökologische Katastrophe: In den ersten 14 Tagen habe er rund fünf Millionen Tonnen Treibhausgase verursacht. Angriffe auf Öllager, Raffinerien und Tanker in der Strasse von Hormus führten zu giftigen Emissionen und der Gefahr von saurem Regen.Die IPPNW fordert militärische Zurückhaltung, um ein Atomunglück und weitere Umweltzerstörung zu verhindern.