Jedes JA für mehr Tierwohl ist auch eine Stimme für das Menschenwohl!

15 Millionen Nutztiere leben in der Schweiz. Fast doppelt so viele wie Menschen. Diese Massentierhaltung verbraucht enorm viel Wasser, Ackerland und Antibiotika.

Gemäss Agrarbericht 2021 leben in der kleinen Schweiz mehr als 15 Millionen Nutztiere. Also fast doppelt so viele wie Menschen. Für die Ernährung dieser Nutztiere produziert die Schweizer Landwirtschaft auf 60 Prozent der inländischen Ackerflächen Futtermittel (Mais, Getreide). Doch damit nicht genug: Um die überhöhten Nutztierbestände ernähren zu können, importiert die Schweizer Landwirtschaft zusätzlich noch 1,2 Millionen Tonnen Futtermittel – produziert auf einer Ackerfläche im Ausland, die noch einmal so gross ist wie die gesamte Ackerfläche der Schweiz.

Zum Wasserverbrauch der Nutztiere steht nichts im Agrarbericht. Derzeit weiss niemand, wieviel verbraucht wird und wie viel Wasser der Schweiz tatsächlich zur Verfügung steht. Da ist die Schweiz im Blindflug unterwegs. Angesichts der herrschenden Dürre und Trockenheit ist dies mehr als besorgniserregend – für Mensch und Tier!

Die Abstimmung zur Initiative «Raus aus der  Massentierhaltung» steht bevor. Heute werden durch die Massentierhaltung Millionen von Nutztiere mit Antibiotika behandelt – sogar mit Reserveantibiotika. Dies führt zur Bildung von antibiotikaresistenten Bakterien, die via Gülle und Mist auf landwirtschaftlich genutzte Flächen gelangen und so auch in unsere Lebensmittelkette (Gemüse, Früchte), die Gewässer und unser Trinkwasser. Antibiotikaresistente Bakterien wurden von der Eidgenössischen Fach­kommis­sion für biologische Sicherheit schon 2014 zur "grössten Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung in der Schweiz“ erklärt.

Verbessern wir das Tierwohl, sinkt der Antibiotikaverbrauch drastisch!
Fazit: Jedes JA für mehr Tierwohl ist auch eine Stimme für das Menschenwohl!

Die mit Milliarden subventionierte industrielle Landwirtschaft mit ihrem einseitigen Fokus auf Futtermittelanbau und Tierproduktion fördert und verschärft den Wassermangel und die Klimakrise. Ein schnelles Umdenken ist nötig: Die Lebensmittelproduktion und die Ernährung müssen sich dem Klimawandel anpassen. Auf den Ackerflächen müssen mehr Kulturen für die direkte menschliche Ernährung angebaut werden statt Tierfutter. Nach dem Motto: «Schweizer Gemüse, Obst, Beeren, Nüsse, Getreide, Hülsenfrüchte, Kartoffeln – alles andere ist Beilage.»

Mit einer solchen Neuausrichtung können in der Schweiz und weltweit mit viel weniger Wasser- und Landverbrauch deutlich mehr Lebensmittel produziert und unsere Ernährung dauerhaft gesichert werden – auch in Zeiten der Klimakrise.

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Franziska Herren ist Gründerin der Trinkwasserinitiative.