Kritiker warnen vor Überwachung durch neue EU-Alters-App
Von-der-Leyen präsentiert digitale Alterskontrolle – Datenschützer schlagen Alarm

Die Europäische Kommission hat eine neue App zur Altersüberprüfung im Internet vorgestellt. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen präsentierte die Anwendung am 15. April und verwies dabei ausdrücklich auf das Vorbild der Corona-Zertifikate, die sie als «enorm erfolgreich» bezeichnete.

Die App soll EU-weit den Zugang zu altersbeschränkten Inhalten wie Pornografie, Glücksspielen oder Alkoholkauf regeln und dient der Umsetzung des Gesetzes über digitale Dienste. Entwickelt wurde sie von einem Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Telekom und dem schwedischen Anbieter Scytáles.

Der frühere EU-Abgeordnete Patrick Breyer (Piratenpartei) warnte vor einem «Ende des Privaten». Die App sei kein echter Jugendschutz, sondern ein Schritt hin zu einer Pflicht, sich mit einer Regierungs-App im Internet auszuweisen. Technisch biete sie nur Scheinsicherheit, da sie etwa mit VPN-Diensten umgangen werden könne. Bereits einen Tag nach der Vorstellung meldete der britische Sicherheitsberater Paul Moore einen Fehler, der die Verifikation per Ausweis umging.

Telegram-Gründer Pawel Durow kritisierte, der Vorfall liefere der EU nur weitere Argumente, um Freiheitsrechte einzuschränken. Auch andere Stimmen sehen in der Massnahme den Versuch, die Meinungsfreiheit im Netz unter staatliche Kontrolle zu bringen.