Lehrerausbildung: private Hochschule geht neue Wege

Studium und Praxis zum gegenseitigen Nutzen verbinden – diese Idee steht hinter der «Hochschule für agile Bildung» (hfab), die demnächst ihren Betrieb aufnehmen und Lehrkräfte ausbilden will.

Das sieht nach agiler Bildung aus: Jean-Paul Munsch (links) und Christof Arn, die Gründer der hfab. (Foto: zvg)

Auf diese Idee hätte man schon früher kommen sollen. Anstatt angehende Lehrerinnen und Lehrer zuerst vier Jahre studieren zu lassen und dann in das kalte Wasser eines Klassenzimmers zu werfen, ist es sinnvoller, sie schon zu Beginn der Ausbildung mit Schülern arbeiten zu lassen.

Realisiert werden soll die Idee an der neuen Hochschule für agile Bildung (hfab). Gründer des ambitiösen Projekts sind der Organisationentwickler, Dozent und ehemalige Schulleiter Dr. Jean-Paul Munsch und der Ethiker und Hochschuldidaktiker Prof. Dr. Christof Arn. Die hfab will Theorie und Praxis gleichwertig behandeln und auch didaktisch mutige Wege gehen, sich aber auch nicht in Kontrast zu den bestehenden pädagogischen Hochschulen stellen.

Die Ausbildung dauert sieben Semester und setzt in allen für die Lehrerausbildung massgebenden Fächern mindestens die vorgeschrieben Ziele. Wie diese dann erreicht werden, ist die individuelle Aufgabe der Studenten und ihrer Mentoren, die sie begleiten. Vorgeschrieben sind drei Tage auf dem Campus in Zürich.

Bereits im ersten Jahr werden die Studierenden an Partnerschulen als sog. Klassenassistenten eingesetzt, leiten Lerngruppen, unterstützen einzelne Schüler oder übernehmen Teilpensen. Ab dem zweiten Jahren öffnen sich dann die Türen je nach Kompetenzen der Studenten und Bedürfnissen der Schulen, an denen sie arbeiten.  

Die Gründung dieser Hochschule erfordert zweifellos Mut, aber auch dort zu studieren. Denn die Akkreditierung der Ausbildung ist aus gesetzlichen Gründen erst nach Abschluss des ersten Lehrgangs möglich. Aber Munsch und Arn sind zuversichtlich. Die Signale aus der Akkreditierungsstelle seien positiv. Auch um finanzielle Unterstützung haben sich die beiden in ihrer Begeisterung noch nicht gekümmert.

Die Kosten der Ausbildung liegen bei knapp 15’000 Franken pro Jahr, also wesentlich mehr als an den öffentlichen Pädagogischen Hochschulen. Aber da man dabei auch arbeitet und Lohn erhält, dürfte die individuelle Rechnung positiv ausfallen.

Die neue Hochschule stellt sich und die Lehrgänge an zwei Infoabenden vor, am 10. und am 23. März 2020, jeweils in der Tagesschule für das Kind, Freiestrasse 129, 8032 Zürich. Beginn jeweils 19.00 Uhr. Start der Ausbildung ist im August 2020.
Infos und Anmeldung: www.hfab.ch

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Christoph Pfluger

Submitted by reto on Do, 07/13/2017 - 08:33

Christoph Pfluger ist seit 1992 der Herausgeber des Zeitpunkt. "Als Herausgeber einer Zeitschrift, deren Abobeitrag von den Leserinnen und Lesern frei bestimmt wird, erfahre ich täglich die Kraft der Selbstbestimmung. Und als Journalist, der visionären Projekten und mutigen Menschen nachspürt weiss ich: Es gibt viel mehr positive Kräfte im Land als uns die Massenmedien glauben lassen".

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