Velowege als Corona-Sofortmassnahme

Abstand und frische Luft: Das Velo ist das ideale Fortbewegungsmittel während dieser Krise. Aktivisten in der Schweiz fordern mehr Velowege. Andere Länder machen es vor.

Spontan: Eine Autospur wird zum Veloweg umgewandelt./zvg

Das Velo hat sich während der Corona-Pandemie als eines der geeignetsten Fortbewegungsmittel erwiesen. Viele Grosstädte rund um den Globus haben deshalb über Nacht Velowege aus dem Boden gestampft. Höchste Zeit, dass auch in der Schweiz mehr Auto-Fahrbahnen zu Velowegen umgewandelt werden.

Weil die Behörden den Trend verschlafen, haben Aktivistinnen und Aktivisten des Vereints umverkehR letzten Donnerstag in Zürich selbst Hand angelegt. Sie errichteten so genannte Pop-up-Radwege: Sie sperrten an der Gessnerallee während 30 Minuten eine Auto-Fahrspur für den Verkehr und funktionierten sie zum Veloweg um. Ihnen droht jetzt ein Verfahren.

UmverkehR fordert, dass in Schweizer Städten flächendeckend Autofahrspuren zu Velowegen umgewandelt werden. «Damit sich Velofahrende in der Stadt Zürich in den kommenden Sommermonaten sicher bewegen können, braucht es umgehend Sofortmassnahmen für ein durchgängiges Velowegnetz in der Stadt Zürich» sagt Simone Brander, SP-Gemeinderätin und Mitglied der umverkehR-Regionalgruppe Zürich.

In Mailand, Rom, Barcelona, New York, Mexico City, Oakland, Bogota, Brüssel und mehreren deutschen Städten sieht man im Fahrrad die Chance, den öffentlichen Verkehr zu entlasten. Jüngstes Mitglied im Kreise dieser Städte: London. Premierminister Boris Johnson kündigte ein «goldenes Zeitalter» für das Fahrrad-Fahren an. Insgesamt will Grossbritannien zwei Milliarden Pfund in Fahrradinfrastruktur investieren. In London sind die Arbeiten bereits im Gang.

Die Förderung des Veloverkehrs ist eine wichtige Massnahme zur Bekämpfung von Covid-19. Erstens kann die Abstandsregel besser eingehalten werden als im öffentlichen Verkehr, was die Ausbreitung des Virus verhindert. Zweitens verursacht der Veloverkehr im Gegensatz zum Autoverkehr keine Luftverschmutzung, wodurch das Sterberisiko deutlich reduziert wird. In vielen Studien wurde nämlich nachgewiesen, dass schlechte Luft zu signifikant höheren Sterberaten bei Corona-Infizierungen führt. Darum muss der Autoverkehr als Hauptemittent der Luftschadstoffe reduziert werden.

In vielen Schweizer Städten liegen Pläne zum Ausbau der Veloinfrastruktur in der Schublade. Jetzt sei der Moment für eine konkrete Umsetzung auf der Strasse, sagt umverkehR. Denn mit der Lockerung des Lockdowns werden sich wieder mehr Leute bewegen, es brauche mehr Platz für Velofahrerinnen und Fussgänger. Für umverkehR hat die Gesundheit der Bevölkerung oberste Priorität. Darum gilt es jetzt eine sichere Veloinfrastruktur zu erstellen.
 

Kontakt: Simone Brander, SP-Gemeinderätin und Mitglied umverkehR-Regionalgruppe Zürich (076 416 94 94) oder Silas Hobi, Geschäftsleiter umverkehR, shobi@umverkehr.ch (079 899 09 18)

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