Die globale Offensive der Autoindustrie auf Elektrofahrzeuge entwickelt sich zunehmend zum finanziellen Problem. Laut einer Analyse von Robert Bryce haben grosse US- und europäische Hersteller zwischen 2022 und Ende 2025 rund 114 Milliarden US-Dollar mit ihren EV-Programmen verloren.
Besonders betroffen sind klassische Autobauer wie Ford, General Motors, Volkswagen, Mercedes-Benz und Stellantis, hinzu kommen hohe Verluste bei reinen E-Auto-Herstellern wie Lucid und Rivian. Tesla wurde nicht berücksichtigt, da ein erheblicher Teil seiner Gewinne aus regulatorischen Gutschriften stammt.
Die Investitionen – Fabriken, Batteriewerke und neue Modellreihen – folgten politischen Zielvorgaben und grosszügigen Förderprogrammen, insbesondere in den USA nach dem Inflation Reduction Act. Doch die Nachfrage blieb hinter den Erwartungen zurück.
In den USA brach der Absatz nach dem Auslaufen der staatlichen Steuergutschrift Ende September 2025 um fast die Hälfte ein. Hohe Preise, Bedenken wegen der Reichweite, lückenhafte Ladeinfrastruktur und günstigeres Benzin lenkten viele Käufer zurück zu Verbrennern und Hybriden.
Auch in Europa geraten Hersteller unter Druck. Strenge Emissionsvorgaben treffen auf schwächelnde Nachfrage und wachsende Konkurrenz aus China. Infolge dessen verschieben oder streichen mehrere Konzerne EV-Projekte und verlängern die Laufzeit konventioneller Antriebe. Die Branche steht vor einer strategischen Neujustierung ihrer Elektrifizierungsziele.