Die zweite Welle: keine Wissenschaft, kaum Kranke, aber mehr Einschränkungen

Mit der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln beginnt heute offiziell in der Schweiz die zweite Welle. Angesichts fehlender Wissenschaft und Krankheitsfälle kann man über Sinn und Zweck der Verschärfungen nur rätseln. Eine Antwort liefert ausgerechnet der US-Pharmakonzern Merck, der die Maskenpflicht als «Idiotie» bezeichnet.

Die wissenschaftlichen Grundlagen sind extrem dürftig. Die Massnahmen werden in den Medien mit Grafiken über den Anstieg der Neuinfektionen begründet. Die kurzen Zeitreihen verunmöglichen allerdings einen Vergleich mit der ersten Welle, die um Grössenordnungen höher lag (aber immer noch wesentlich milder war als die Grippewelle von 2015 mit 2500 Todesfällen). Hier ein Beispiel aus dem Situationsbericht des BAG vom 5. Juli 2020:

Dass die Tests für diesen Anstieg auf tiefem Niveau massiv ausgeweitet wurden, wird allerdings verschwiegen. Und dass der Prozentsatz der Testpositiven wie seit Wochen unter 1 Prozent liegt, wird ebenfalls nicht genannt.

Das medizinisch relevante Geschehen in Bezug auf Covid-19 ist quasi irrelevant: In den letzten 14 Tagen gab es 14 Spitaleintritte (bei durchschnittlich über 4000 Hospitalisationen pro Woche, Basis Bundesamt für Statistik 2018) und 2 Todesfälle (bei durchschnittlich 1300 Todesfällen pro Woche (Bundesamt für Statistik 2019)

Obwohl wir es nur noch mit den Spurenelementen einer etwas überdurchschnittlichen Grippe zu tun haben, empfehlen die Kantonsärzte die Ausweitung der Maskenpflicht auf den gesamten öffentlichen Raum. Diese massive Einschränkung entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Aber der Protest beschränkt sich auf die Kommentarspalten in online-Beiträgen. Die freie Meinungsäusserung muss nicht mehr eingeschränkt werden; sie hat sich in den Köpfen bereits durchgesetzt.

Die Wellen im Vergleich

  • In der ersten Welle wurde gegen ein verbreitetes Virus gekämpft, das gemäss Hochrechnungen gefährlich erschien.
  • In der zweiten Welle wird gegen ein Virus gekämpft, das nur noch vereinzelt vorkommt und mit Sicherheit nur für beschränkte Risikogruppen (alte Menschen mit Vorerkrankungen) gefährlich ist.
  • In der ersten Welle wurde eine Überlastung des Gesundheitssystems erwartet.
  • In der zweiten Welle gibt es praktisch keine Krankheitsfälle. Die Belastung des Gesundheitssystems liegt unter 0,2 Prozent.

Obwohl wissenschaftlich unbegründet, führt die zweite Welle in zahlreichen Ländern zur einer koordinierten Verschärfung der Massnahmen. Über Sinn und Zweck dieser Kampagne kann man nur spekulieren.
Einen vielsagenden Hinweise liefert ein Plakat des Pharmariesen Merck. Um der «Maskenidiotie» zu entkommen, soll man sich impfen lassen.

Das erinnert bedenklich an den Trick, mit dem korrupte Softwarefirmen Geschäfte treiben: Zuerst wird der Computer der Nutzer mit einem Virus infiziert. Und dann verspricht man ihnen gegen gutes Geld Abhilfe gegen ein Problem, das man selber geschaffen hat.

Nur geht es in diesem Fall nicht nur um Geld, sondern um Grundrechte, um die Gesundheit und um unsere wirtschaftliche Zukunft.

Über

Christoph Pfluger

Submitted by reto on Do, 07/13/2017 - 08:33

Christoph Pfluger ist seit 1992 der Herausgeber des Zeitpunkt. "Als Herausgeber einer Zeitschrift, deren Abobeitrag von den Leserinnen und Lesern frei bestimmt wird, erfahre ich täglich die Kraft der Selbstbestimmung. Und als Journalist, der visionären Projekten und mutigen Menschen nachspürt weiss ich: Es gibt viel mehr positive Kräfte im Land als uns die Massenmedien glauben lassen".

032 621 81 11
christoph.pfluger@zeitpunkt.ch

Kommentare

Situation treffend zusammengefasst

von Yves XY
Lieber Herr Pfluger Ich gratuliere Ihnen auch zu diesem Artikel ganz herzlich. Der Wahnsinn scheint nicht enden zu wollen; die Mehrheit der Kantonsärzte hätte meiner Ansicht nach einen anderen Beruf ergreifen sollen. Ich habe soeben per Mail meiner Verwandtschaft das Buch "Corona Fehlalarm?" von Dr. Karina Reiss und Dr. Sucharit Bhakdi sehr empfohlen. Mal schauen, wer sich davon inspirieren lässt und wer nicht mehr mit mir reden wird... 

Plakat Merk

von Anusandhan
Hallo Herr Pfluger :-) das Plakat der Fa. Merk scheint ein Fake zu sein. Die Adresse : taketheshot.gov gibt es nicht. Frage : Wo soll dieses Plakat stehen und was ist Ihre Quelle ? Es wäre dumm wenn ich ein Fake verbreiten würde, da das "Denen" nur eine Steilvorlage liefern würde.

Fake Plakat

von Thomas aus Zürich
Das Plakat ist mit 99%iger Wahrscheinlichkeit ein lustig gemeinter Fake. Ich würde mich nicht auf dieses Plakat referenzieren.

Das Plakat habe ich auf ein Blatt Papier im s/w gesehen

von jmeile
Das Plakat habe ich nun auf ein Blatt Papier auf eine Sitzbank der Tramhaltestelle Zürich/Haldenegg gesehen. Dazu war auch den Text geschrieben: "Damit Sie wissen, warum sie heute eine Maske zu tragen haben"   Ich war nun neugierig und möchte die Webseite schauen, aber es existiert nicht. Also, es ist wirklich Fake.

Moderne Hexenjagd!

von Thomas Freiwort
Mit dem Eifer welche die Regierung der Bevölkerung die Maskenpflicht im ÖV einverleiben will, lässt mich ans tiefste Mittelalter denken! Und wenn ein Buschauffeur in einem leeren Bus einen Gesunden zum tragen der Maske auffordert, fühlt sich dieser gleich wie der Retter der gesamten Menscheit. Ja, die Inquisition lässt grüssen! Das Plakat mag zwar ein Fake sein, entspricht aber der Realität. Maske, Spritze oder Tod! Willkommen beim modernen Maskenball, der Tod hat Venedig längst verlassen und sucht momentan in Brasilien beim Präsidenten um Asyl! Na, vielleicht hätte er sich auch lieber an die Empfehlungen von Alain Berset halten sollen, nur mit Maske im ÖV; gut, aber dort gibt's ja gar keinen ÖV sondern bloss Lastwagenpisten um das Soya an die Tönnies Mastbetriebe zu liefern! Es ist wie verhext, trotzdem den Humor behalten, "aufklärerische" Grüsse, Thomas

Wahnsinn

von Josef Huber
Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode. (Shakespeare in Hamlet, Feststellung von Polonius)

Maskenpflicht

von HDM
Sorry, aber etwas weiter sollte man schon denken. Die Maskenpflicht (nur im ÖV!) erfolgt, weil man einen Anstieg beobachtet (Testpositive von ca. 0.5% auf ca. 1.3%, www.corona-data.ch). Falls man nicht reagiert und die Zahlen weiter steigen muss man gezwungenermassen wieder zu wirtschaftsschädlichen Massnahmen greifen. Um das zu verhindern erfolgen jetzt mühsame, aber nicht einschneidende Massnahmen. Wenn so ziemlich alle Kantonsärzte sich mit den meisten Wissenschaftlern (ja, es gibt Ausnahmen die man sich anhören kann) einig sind, dann müssen sich evtl. nicht die Ärzte fragen, ob sie den richtigen Beruf ergriffen haben...