Wenn Liebeskummer krank macht: Warum Trennungen immer häufiger zum unterschätzten Arbeitsrisiko werden

Eine neue US-Studie zeigt, wie Herzschmerz Produktivität, Fehlzeiten und den Ruf nach mehr Menschlichkeit im Job verstärkt
Liebeskummer
(Illustration: shutterstock.com)


Krankentage und Urlaub sind im Arbeitsleben fest verankert. Doch was passiert, wenn nicht der Körper, sondern das Herz streikt? Eine aktuelle Studie des Karriereportals Zety macht deutlich: Liebeskummer ist längst kein rein privates Thema mehr, sondern ein relevanter Faktor für Produktivität und Anwesenheit am Arbeitsplatz.

Jeder dritte Beschäftigte nimmt nach einer Trennung frei, meldet sich krank oder nutzt Urlaubstage, um emotional wieder handlungsfähig zu werden. In den meisten Fällen geschieht das informell und ohne offene Unterstützung durch den Arbeitgeber.

Die Auswirkungen sind deutlich messbar. 43 Prozent der Befragten geben an, dass eine Trennung ihre Konzentration und Produktivität beeinträchtigt hat. 38 Prozent berichten von sinkender Motivation und geringerem Engagement, ein Viertel von Problemen mit Pünktlichkeit oder Anwesenheit.

Auch die Qualität von Entscheidungen leidet, ebenso das Verhältnis zu Kolleginnen, Kollegen oder Vorgesetzten. Trennungen wirken damit nicht nur individuell, sondern beeinflusst ganze Teams und das Betriebsklima.

Besonders häufig nehmen jüngere Beschäftigte eine Auszeit: Fast jede zweite Person aus der Generation Z oder den Millennials meldet sich nach einer Trennung krank oder nimmt Urlaub.

Auffällig ist auch der Geschlechterunterschied: Männer greifen häufiger zu freien Tagen als Frauen. Diese Unterschiede zeigen, dass emotionale Belastungen je nach Lebensphase und Rolle unterschiedlich verarbeitet werden – und dass pauschale Lösungen kaum greifen.

Gleichzeitig wächst der Wunsch nach formeller Anerkennung. Ein Drittel der Befragten spricht sich für einen offiziellen «LIebeskummer-Urlaub» aus, 43 Prozent würden ihn voraussichtlich nutzen.

Doch die Angst vor Stigmatisierung ist gross: 65 Prozent fühlen sich unwohl bei dem Gedanken, einen solchen Urlaub zu beantragen. Der Wunsch nach Unterstützung kollidiert mit der Sorge, als unprofessionell zu gelten.
Die meisten Beschäftigten halten eine kurze Erholungszeit von ein bis drei Tagen für ausreichend. Noch wichtiger als zusätzliche Urlaubstage ist jedoch Flexibilität: Homeoffice, flexible Arbeitszeiten, weniger Meetings oder angepasste Deadlines werden als besonders hilfreich empfunden.

Die Studie legt nahe, dass Unternehmen mit kleinen, gezielten Massnahmen viel erreichen können – nicht nur für das Wohlbefinden der Mitarbeitenden, sondern auch für Motivation, Bindung und langfristige Leistungsfähigkeit.


Quelle: 
Zety: 1 von 3 nimmt nach Trennung frei – Trend zu «Herzschmerz-Urlaub». 27.3.2026
 

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