Der Zeitpunkt zieht wieder den Hut vor Menschen, Organisationen und Unternehmen, die etwas zu einer besseren Welt beitragen und sagt Chapeau!
Die Fair-trade-Genossenschaft Gebana hat die Spielregeln für den Export von Bio-Orangen aus Griechenland geändert und darf sie nun so verkaufen, wie sie die Natur geschaffen hat.

Foto von Gebana

Gross, klein, vernarbt, orange, grün – echte Orangen haben viele Gesichter. Gemäss den bisher geltenden EU-Richtlinien für Zitrusfrüchte darf es sie nicht geben: Orangen müssen orange, intakt, frei von Druckstellen oder Narben sein und mindestens 53 Millimeter im Durchmesser haben, verlangt die EU-Regulierung. «Dies nützt den grossen Supermärkten, die Orangen wie Normschrauben handeln und sich so kleinere Konkurrenten vom Leib halten», so Gebana. Die Verlierer seien Kundinnen und Kunden, Bauernfamilien und die Umwelt. 

«Wo zur Verarbeitung bestimmtes Produkt› draufsteht, sind echte Orangen drin.»

«Wir schrieben Briefe an die griechischen Behörden und an die EU. Unsere Hoffnung auf eine brauchbare Antwort war klein und wir rechneten damit, Unterschriften für eine Petition sammeln zu müssen.» Nach rund sechs Monaten sei endlich eine E-Mail des griechischen Ministeriums für Landwirtschaft eingetroffen, inklusive einer Antwort der EU. Danach sind Erzeugnisse von den speziellen Vermarktungsnormen befreit, wenn «zur Verarbeitung bestimmt» darauf steht. Normalerweise sind diese Waren nur in der Produktionsregion zum Verkauf bestimmt, für Gebana ist nun jedoch seit Neuestem auch der Export in die Schweiz möglich. Mit dem Hinweis: «Für Sie bedeutet das, dass Sie zum ersten Mal echte Orangen kaufen können. Jede Kiste trägt einen Aufkleber zur Verarbeitung bestimmtes Produkt, unser geheimer Code für eine Kiste mit köstlichen Orangen in allen Grössen, Farben und Formen, die Mutter Natur zu bieten hat», wendet sich die Genossenschaft, die sich seit 1998 für fairen Handel einsetzt, an ihre Kunden.

Die Erlaubnis der EU bedeute erst einmal einen grösseren Aufwand für die Hersteller, weil die Sortiermaschinen angepasst werden müssen, schreibt Gebana. Und noch wichtiger: Sie müssen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erklären, warum jetzt nach all den Jahren die vermeintlich hässlichen Orangen ebenfalls in die Kisten sollen. Doch egal, man freut sich auf die Orangenvielfalt, die man im Shop schon jetzt vorbestellen kann. Die erste Lieferung kommt im Dezember und weitere werden im Januar und Februar folgen. 

Chapeau Gebana! Ihr konntet mit Schlauheit, Hartnäckigkeit und Geduld die Spielregeln für Bio-Orangen aus Griechenland ändern.

Webseite: https://www.gebana.com/de/