Die junge Generation fordert einen radikalen Systemwandel, der weit über das Thema Klima hinausgeht. Heute ruft sie zum nationalen Aktionstag «Strike for Future» auf.

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«Die Klimakrise ist global und kennt keine Grenzen. Wir auch nicht! Deshalb solidarisieren wir uns mit ökosozialen Bewegungen in allen Erdteilen und kämpfen mit ihnen für eine lebenswerte Zukunft für alle.» So präsentiert sich die Schweizer Klimajugend in ihrem Manifest zum nationalen Klimastreiktag heute Freitag, 21. Mai.

Der «Strike for Future» wird von der Bewegung Klimastreik Schweiz organisiert, die gemeinschaftlich von allen Mitstreitenden getragen wird. Es ist ein Projekt von Vereinen und NGOs, sozialen Bewegungen, Gewerkschaften, Bäuerinnen und Bauern, Bildungsinstitutionen, Quartiervereinen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Interessengruppen sowie solidarischen und ökologischen KMUs.

In Lokal- und Regionalgruppen in der ganzen Schweiz wird über die Klimakrise und andere globale Misstände debattiert, gebrainstormt und koordiniert, jeder und jede ist herzlich willkommen. Insbesondere wird dazu aufgerufen, neue Lokalgruppen zu bilden. Entsprechend soll der 21. Mai auch ein bunter Mobilisierungs-, Aktions- und Streiktag werden, an dem die unterschiedlichen Lokalgruppen in Quartieren, Dörfern, an Arbeitsplätzen und in Schulen mit verschiedenen Aktionen teilnehmen.

Auch wenn die Bewegung nicht nur aus Jugendlichen besteht, ist im Auftreten der Klimajugend eine Mischung aus Enthusiasmus, Empörung und erfrischender Unverbrauchtheit spürbar, die sich vom akademisierenden und manchmal resignierten Tonfall vieler NGOs angenehm unterscheidet. Die neue Generation stellt klar, dass es bei den Forderungen an Politik und Wirtschaft nicht nur um die Klimakrise geht, sondern auch um Rassismus, Gewalt gegen Frauen, die unmenschliche Migrationspolitik und globale Ungerechtigkeit. Denn die Krisen des 21. Jahrhunderts hängen alle zusammen und gründen auf einem System, das vollkommen auf den Kopf gestellt werden muss. Das ist es, was die Klimajugend fordert, manchmal mit forschen Worten – denn es geht hier um ihre Zukunft.

«Die ökonomischen, ökologischen und sozialen Krisen, die das kapitalistische System erzeugt, können nicht innerhalb dieses Systems gelöst werden. Wir brauchen eine tiefgreifende Veränderung» heisst es auf climatestrike.ch. «Doch der Übergang zu einer ökologischen und gerechten Gesellschaft erfordert eine noch nie dagewesene Mobilisierung. Zwar kann ein Teil von uns über manche Gesetze abstimmen, doch wir verlangen mehr Transparenz und Partizipation. Angesichts der Untätigkeit der Entscheidungsträger*innen schliessen wir uns zusammen und schaffen basisdemokratische Strukturen, die für den Übergang zu einer sozialen und ökologisch tragfähigen Gesellschaft nötig sind.»

Wir ziehen den Hut vor der Klimajugend, die kein Blatt vor den Mund nimmt und genau weiss, was sie will: eine lebenswerte Zukunft. Dafür nimmt sie sogar in Kauf, vor Gericht gestellt zu werden – erst letzte Woche wurden in Zürich neun Aktivistinnen und Aktivisten zu Geldstrafen verurteilt, weil sie 2019 an einer Sitzblockade vor der Credit Suisse teilgenommen hatten.

Mehr Infos zur Klimabewegung Schweiz und wie man mitmachen kann


An den Veranstaltungen gilt Masken- und Abstandpflicht, und die Teilnehmenden werden gebeten, vorher einen Schnelltest durchzuführen. Wer Symptome hat oder zu einer Risikogruppe gehört, soll von zu Hause aus streiken und an einer der verschiedenen Online-Aktionen teilnehmen.