So viel Klartext zum Geldsystem hat man an einer öffentlichen Veranstaltung in der Schweiz schon lange nicht mehr gehört, wie am Montag am Gottlieb Duttweiler-Institut (GDI) in Rüschlikon. Aus Anlass der anstehenden Vollgeld-Abstimmung diskutierten Spitzenleute aus der globalen Finanzwirtschaft und Wissenschaft über «Geldschöpfung in der modernen Wirtschaft».
82 Prozent der Vermögensbildung des vergangenen Jahres kamen dem reichsten einen Prozent zugute. Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung mit 3,7 Milliarden Menschen erreichte dagegen keinen Zuwachs ihres Vermögens, trotz harter Arbeit.
Nationalbankpräsident Thomas Jordan liess am Dienstag in einem Grundsatzreferat zur Geldschöpfung wichtige Fragen offen und bezichtigte Bankenkritiker der Verbreitung von «Unsinn». Der Vorwurf fällt auf ihn zurück.
In einem Artikel in der Wirtschaftswoche warnt Bundesbankpräsident Jens Weidmann vor BitCoin, schließt ein Verbot aber aus. Viel interessanter ist allerdings Weidmanns Aussage zu digitalem Geld der Zentralbanken:
Mit der Ablehnung der Vollgeld-Initiative stellt der Nationalrat das Geldherstellungs-Privileg von UBS, CS und anderen Geschäftsbanken höher als die Souveränität der Demokratie.