Mit Erich von Däniken verliert die Öffentlichkeit eine der umstrittensten und zugleich einflussreichsten Figuren der populären Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts.
Schon seit mehr als fünftausend Jahren gibt es Religionen. Sie bekriegen einander, unterdrücken Sexualität, Sinnlichkeit und Verspieltheit, massakrieren die Ungläubigen und tun das alles im Namen der Liebe – es reicht! Ab auf den Müllhaufen der Geschichte damit.
Diese Worte, die Herrmann Hesse dem Siddhartha im gleichnamigen Roman in den Mund legt, sprechen mir so ganz aus dem Herzen: Die Welt und alle ihre Wesen vorbehaltlos zu lieben, diesen Wunsch trage ich schon lange in mir, wie bestimmt auch viele andere — aber seine Umsetzung ist für die Menschen unserer traumatisierten Gesellschaft alles andere als einfach.
Weich im Wesentlichen landen – ist das überhaupt möglich? Vielleicht doch, wenn man zuvor die Fassung verloren hat oder die Sicherheit, wenn man bestehende Narrative zu hinterfragen bereit ist, bisherige Annahmen, wie die Welt oder wie die Menschen zu sein haben. Vielleicht doch, wenn man sich einlässt auf das Ungewohnte, auf das noch-nicht-Fertige, auf das noch-nicht-Geborene…
Wohl kein anderes Thema wird so beharrlich ausgeklammert im öffentlichen Diskurs wie das Böse. Bezeichnet nicht gerade das richtige Begreifen des Bösen, ob wir als Mensch im heutigen Zeitalter der Bewusstseinsseele angekommen, ob wir konsequent Mensch sind oder nicht?
Wenn das nicht mal drei Begriffe sind, die uns suggerieren, wir wüssten, was damit gemeint ist. Am wenigstens können wir mit dem «Guten» anfangen. Gut sind Kinder, gut ist der Wellensittich im Käfig, die schnurrende Katze, der Hund, der beim Kraulen alle Viere von sich streckt. Gut sind auch das neue Auto und das neue Handy. Und gut ist natürlich auch der liebe Gott.