Die Begriffe Wolkenkuckucksheim und Widerstand beginnen nicht nur beide mit einem W, sie haben auch mehr miteinander zu tun, als man zunächst glauben möchte.
Heute spricht man irrigerweise noch immer von der Umweltbewegung, obwohl sie inzwischen zur Mitweltbewegung geworden ist – eine Entwicklung voller Stolpersteine, die vor neuen Herausforderungen steht. Totschweigen und Künstliche Intelligenz gehören dazu.
Mann, Bürger, Deutscher, Mensch: All das war ich einmal, und gelegentlich falle ich noch immer diesen Illusionen zum Opfer. Nur: Wohin führt mich das Bröckeln dieser Mythen, dieser Verfall meiner inneren Grundordnung?
Wenn das nicht mal drei Begriffe sind, die uns suggerieren, wir wüssten, was damit gemeint ist. Am wenigstens können wir mit dem «Guten» anfangen. Gut sind Kinder, gut ist der Wellensittich im Käfig, die schnurrende Katze, der Hund, der beim Kraulen alle Viere von sich streckt. Gut sind auch das neue Auto und das neue Handy. Und gut ist natürlich auch der liebe Gott.
Zu «Wissenschaft» haben wir alle eine Meinung. Und wie das mit Meinungen so ist: Ohne Glaubenssätze kommen wir da nicht aus, sogar bei diesem Thema. Oder vor allem? Die Samstagskolumne.
Aus zweierlei Gründen dürfen wir den Nazis dankbar sein: Dass sie uns gelehrt haben, bis zu welchen Gipfeln des Unmenschlichen sich der Mensch versteigen kann. Und für die kalte Konsequenz, mit der sie den inhumanen Kern der europäischen Hybris unübersehbar gemacht haben: «Das Ende ist nah – wer Augen hat zu sehen, der sehe!» (Apokalypse, Johannes) Aber wie steht es mit uns?
«Sehen Sie», sagte er zu seinem grauhaarigen Gesprächspartner, «ich kann ja verstehen, dass Sie als Alt-Achtundsechziger zum Putin-Versteher verkümmert sind, aber wir sollten die Kirche im Dorf lassen, Krieg ist nun mal Krieg. Oder sind Sie auch da anderer Meinung?» Ich erschrak schon beim Zuhören und zappte auf einen anderen Kanal. So viel Normopathie innerhalb eines Satzes war schwer zu ertragen. Von Stammtischen war mir das ja bekannt ... *** Die Samstagskolumne.