Sieht fast wie nach einem Corona-Zahlensalat aus, nicht wahr? Die Buchstaben lassen sich aber ausschreiben und versprechen Gutes. Eine Kolumne von Lis Eymann.
So viel Willkür hat die Schweiz seit Menschengedenken nicht mehr gesehen, wie an diesem 16. Mai. Mit einem Grossaufgebot wurden die Mahnwachen in Bern, Zürich und Basel zerschlagen, an denen sich vielleicht tausend Menschen beteiligten. Über hundert Personen wurden angezeigt.
Wie geht es mit den Mahnwachen weiter? Auf Vorschlag des Stadtberner Polizeidirektors Reto Nause findet die Mahnwache von morgen Samstag ab 14.00 Uhr auf der Allmend statt. Das Berner Messegelände hat als Versammlungsort der Eidg. Räte bereits ein bisschen Symbolgehalt.
Das Immunsystem ist ein unentbehrliches Wunderwerk des Menschen. Es kann Unerwünschtes und Krankmachendes von uns abhalten. Unser Abwehrsystem können wir massgeblich stärken, nicht nur mit Vitamin C, sondern auch mit Bewusstseins- und Seelenübungen.
Jetzt muss man von einer Volksbewegung sprechen: Über 1000 Menschen in Bern, 400 in Zürich, 200 in Luzern, 100 in Basel und ein paar Dutzend in St. Gallen, Thun und Kreuzlingen – ohne jede Organisation. Wer hätte das vor zwei Wochen gedacht, als knapp 100 Leute dem Beispiel von Alec Gagneux folgten und auf dem Bundesplatz Mahnwache hielten für die demokratischen Grundrechte?
Was gibt es Schöneres, als eine Mahnwache, an der auch gesungen wird? Die Musiker Karin Jana Beck und Matthias Gerber aus Winterthur haben den Schacher Seepli in die Corona-Gegenwart gebracht. Er hat nichts von seiner bodenständigen Weisheit verloren.
In Dutzenden von Städten auf der ganzen Welt gab es Protestmärsche, Demonstrationen und Mahnwachen für Demokratie und gegen den Lockdown. Es ist, als ob die Gilets jaunes erwacht wären und sich über den ganzen Globus verteilt hätten.
Bergführerinnen, Fitnesstrainer, Taxifahrer, Schneider, freie Journalistinnen, Schwimmlehrer, Fotografen, Tontechnikerinnen – die Liste ist lang. Selbstständige in der Schweiz, darunter Kunstschaffende, bitten um Hilfe. Der Lockdown hat sie in existienzielle Not gebracht. Zu ihnen zählt die Sängerin und Stimmcoacherin Birgit Ellmerer.
Milliarden Menschen weltweit wurden seit März Opfer von gewalttätigen Aktionen, mit der Regierungen ihre Ausgangssperren durchsetzen wollen. Jetzt ist die große Stunde der Gemeinschaftsbildung und gegenseitigen Hilfe.